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Der Insolvenzprozess der Alno AG hat am Landgericht Stuttgart begonnen. Zwei ehemalige Vorstandsmitglieder stehen wegen Insolvenzverschleppung und Untreue vor Gericht, während einem dritten Angeklagten Beihilfe zur Untreue vorgeworfen wird. Die Alno AG, ein renommierter Küchenhersteller mit Sitz in Pfullendorf, meldete im Juli 2017 Insolvenz an. Die Staatsanwaltschaft Stuttgart vermutet, dass das Unternehmen bereits vor der offiziellen Insolvenz zahlungsunfähig war.
Im Rahmen des Insolvenzverfahrens übernahm ein Investor wesentliche Teile von Alno. Die Küchenproduktion wurde anfangs fortgeführt, musste jedoch später ebenfalls Insolvenz anmelden. Insgesamt waren ursprünglich neun Personen von der Staatsanwaltschaft angeklagt worden, während gegen sechs Personen das Verfahren eingestellt wurde. Die verbleibenden drei Angeklagten werden im Prozess bis Anfang September 2025 weiterhin vor Gericht stehen.
Forderungen und Gläubiger
Insolvenzverwalter Martin Hörmann berichtete, dass 1268 Gläubiger mit Forderungen in Höhe von 1,68 Milliarden Euro aufgelistet sind. Etwa 200 Millionen Euro dieser Forderungen wurden als berechtigt anerkannt. Im vierten Quartal 2024 wurde bereits eine Vorabausschüttung von zehn Prozent an die Gläubiger geleistet, deren Forderungen in der Insolvenztabelle festgestellt wurden. Das Landgericht Stuttgart prüft zurzeit, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen wird, eine Entscheidung hierüber steht noch aus.
Alno hatte bis zu seiner Pleite über 2000 Mitarbeiter und erwirtschaftete zu besten Zeiten mehr als 500 Millionen Euro Umsatz. Der Betrieb wurde im September 2021 schließlich endgültig eingestellt. Sechs Jahre nach der Insolvenz erhebt die Staatsanwaltschaft Anklage wegen Insolvenzverschleppung, Kreditbetrugs, Bankrott und Untreue gegen die ehemaligen Verantwortlichen, wie t-online.de sowie Stuttgarter Zeitung berichteten.
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