Rutte warnt: EU braucht die USA für starke Verteidigung!
NATO-Generalsekretär Mark Rutte spricht über Verteidigungsausgaben und die Rolle der USA in der NATO. EU-Autonomie diskutiert.

Rutte warnt: EU braucht die USA für starke Verteidigung!
Die Diskussion um die Verteidigungsausgaben innerhalb der NATO und die Rolle der EU in Verteidigungsfragen hat in den letzten Wochen an Intensität gewonnen. NATO-Generalsekretär Mark Rutte hat kürzlich betont, dass eine vollständige Abhängigkeit von den USA in Verteidigungsangelegenheiten nicht notwendig sei. Dies äußerte er im Kontext der Forderungen von Manfred Weber, die EU zu einer eigenständigen Verteidigungsorganisation auszubauen. Rutte ist davon überzeugt, dass die USA weiterhin fest zur NATO stehen und die Zusammenarbeit mit europäischen Mitgliedsstaaten stärken should.
Die NATO-Staaten gaben im Jahr 2024 rund 2,71 Prozent ihres BIP für Verteidigung aus, was insgesamt etwa 1,5 Billionen US-Dollar entspricht. Dies stellt einen signifikanten Anstieg der Ausgaben um 10,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr dar und zeigt, wie ernst die Wahrnehmung militärischer Bedrohungen, insbesondere durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine, genommen wird. Die europäischen Alliierten und Kanada trugen dabei mit 2,02 Prozent zu den Gesamtausgaben bei, was einen Anstieg von 17,9 Prozent bedeutet.
Verteidigungsausgaben erhöhen
Rutte verwies während seiner Äußerungen auf den NATO-Gipfel in Den Haag, wo sich die Alliierten verpflichtet hatten, ihre Verteidigungsausgaben bis 2035 auf fünf Prozent des BIP zu erhöhen. Dies wird als einer der größten außenpolitischen Erfolge des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump angesehen, der NATO-Verbündete zuvor immer wieder für ihre unzureichenden Verteidigungsausgaben kritisiert hatte. Während 2024 23 NATO-Mitglieder voraussichtlich mindestens 2 Prozent des BIP für Verteidigung aufwenden werden, gelingt es Deutschland, diese Marke erstmals mit 2,12 Prozent zu überschreiten.
Die Höhe der Verteidigungsausgaben variiert jedoch erheblich zwischen den Mitgliedsstaaten. Spitzenreiter sind Polen mit 4,12 Prozent und Estland mit 3,43 Prozent. Im Kontrast dazu liegen Länder wie Spanien, Slowenien und Luxemburg mit weniger als 1,3 Prozent am Ende der Liste. Rutte führt den Anstieg der Ausgaben auf die Drucksituation durch Trump und die geopolitischen Spannungen in Europa zurück.
Finanzierungslücken und zukünftige Herausforderungen
Auf nationaler Ebene steht Deutschland vor großen Herausforderungen, insbesondere nach den Neuwahlen im Februar 2025. Trotz der Erhöhung des Verteidigungsetats gibt es Zweifel an der langfristigen Erfüllung der finanziellen Verpflichtungen. Die Bundesregierung hat ein Sondervermögen von 100 Milliarden Euro geschaffen, um die Bundeswehr zu stärken, doch dieses wird voraussichtlich bis 2027 aufgebraucht sein. Zudem wird bereits eine Finanzierungslücke von 21,5 Milliarden Euro bis 2028 erwartet, wenn das Ziel von 2 Prozent des BIP weiterhin verfolgt wird.
Experten empfehlen sogar eine Erhöhung der Investitionen auf 3 Prozent der Wirtschaftsleistung, was zu einer Kluft von fast 136 Milliarden Euro bis 2028 führen könnte. Die künftige Bundesregierung muss dringend aktiv werden, um einen überzeugenden finanziellen Beitrag zur NATO-Verteidigungsstrategie sicherzustellen. Die Notwendigkeit für ein umfassendes Konzept für die militärische Infrastruktur und die Truppenstärkung wird von vielen Seiten gefordert, um auf die veränderte geopolitische Lage reagieren zu können.
Die laufenden Diskussionen zeigen, dass die Verteidigung in Europa keineswegs nur eine nationale Angelegenheit ist. Mit Blick auf die kommenden Jahren muss eine klare Strategie entwickelt werden, die sowohl die Zusammenarbeit innerhalb der NATO als auch eine mögliche stärkere Eigenverantwortung Europas in der Verteidigung berücksichtigt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Herausforderungen im Bereich der Verteidigungsausgaben und der geopolitischen Stabilität dringend angegangen werden müssen, um den verschiedensten Bedrohungen gewachsen zu sein. Der Dialog zwischen den Staaten, wie er durch Rutte und Weber verkörpert wird, ist dabei von zentraler Bedeutung.
vienna.at berichtet, dass NATO-Generalsekretär Mark Rutte sich zur Rolle der USA in der NATO äußert.
tagesschau.de bezieht sich auf die aktuellen Verteidigungsausgaben der NATO-Staaten.
iwd.de hebt hervor, welche finanziellen Herausforderungen Deutschland im Verteidigungsbereich erwartet.