Österreichische Aktivisten in Sicherheit: Israel stoppt Gaza-Flotte
Israel stoppt internationale Hilfsflotte für Gaza; vier österreichische Aktivisten in Sicherheit. Spannungen und Proteste folgen.

Österreichische Aktivisten in Sicherheit: Israel stoppt Gaza-Flotte
Die internationale „Global Sumud Flotilla“, die Hilfsgüter in den Gazastreifen transportieren wollte, wurde heute von der israelischen Marine gestoppt. Unter den etwa 500 Aktivisten, die an der Aktion beteiligt waren, befinden sich prominente Gesichter wie die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg und Mandla Mandela, der Enkel von Nelson Mandela. Die flottille wurde nicht nur von humanitären Zielen geleitet, sondern auch von politischen Motiven, was zu einem diplomatischen Streit und weltweiten Protesten führen könnte. Exxpress berichtet, dass alle Schiffe, insgesamt rund 40, von den israelischen Seestreitkräften aufgehalten wurden, während die Organisatoren sich weigerten, ein Angebot Israels anzunehmen, die Hilfsgüter über den Hafen Ashdod zu leiten.
Die österreichische Regierung teilte mit, dass vier ihrer Aktivisten sicher in Israel an Land gebracht wurden und ein Treffen mit ihnen für denselben Tag geplant ist, um konsularische Unterstützung zu leisten. Besonderes Augenmerk liegt auf den Auswirkungen der Mitteilung, dass Österreich zuvor in einer diplomatischen Note um Zurückhaltung im Umgang mit der Flottille gebeten hatte. Das Außenministerium wies darauf hin, dass es aufgrund der geltenden Reisewarnung für den Gazastreifen nur eingeschränkt Hilfe leisten könne.
Internationale Reaktionen und Proteste
Das israelische Vorgehen hat internationale Reaktionen ausgelöst. Die Bundesregierung hat Israel aufgefordert, die Sicherheit aller Mitglieder der Flottille zu garantieren. Nach Angaben von Süddeutsche wurden Demonstrationen in mehreren europäischen Städten, darunter Italien und Kolumbien, organisiert. In Rom kam es zu Protesten, bei denen Gewerkschaften zu einem Generalstreik aufriefen. Die Türkei bezeichnete den Vorfall als „Terrorakt“ und leitete Ermittlungen wegen der Festnahme von 24 türkischen Staatsbürgern ein.
In Deutschland fanden ebenfalls Proteste statt, insbesondere in Berlin, wo etwa 300 Menschen demonstrierten. Einige von ihnen wurden festgenommen. Die Organisatoren der Flottille sowie verschiedene Regierungen haben das israelische Vorgehen als „Kriegsverbrechen“ und „Akt der Piraterie“ kritisiert, während die israelische Regierung es als provokative Aktion abstempelt, die den Aktivisten vorgewarnt hat, sich einer „aktiven Kampfzone“ zu nähern. ZDF hebt hervor, dass die Besatzungsmitglieder der festgehaltenen Boote möglicherweise abgeschoben werden sollen.
Die „Global Sumud Flotilla“, die aus über 40 Ländern Teilnehmer versammelt, verfolgt das Ziel, dringend benötigte Hilfsgüter wie Lebensmittel und Medikamente nach Gaza zu bringen. Die Organisatoren berichten, dass Neun weitere Boote sich derzeit vor Kreta sammeln, um möglicherweise einen neuen Versuch zu starten, die israelische Seeblockade zu durchbrechen.