Siedler-Angriff: Palästinensisches Baby verletzt – Polizei schnappt Täter!

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Israels Siedler verletzen ein palästinensisches Mädchen im Westjordanland. Zunehmende Angriffe auf Zivilisten sorgen für internationale Kritik.

Israels Siedler verletzen ein palästinensisches Mädchen im Westjordanland. Zunehmende Angriffe auf Zivilisten sorgen für internationale Kritik.
Israels Siedler verletzen ein palästinensisches Mädchen im Westjordanland. Zunehmende Angriffe auf Zivilisten sorgen für internationale Kritik.

Siedler-Angriff: Palästinensisches Baby verletzt – Polizei schnappt Täter!

Ein erschütternder Vorfall im Westjordanland hat erneut die angespannte Lage zwischen Israelis und Palästinensern ins Rampenlicht gerückt. Ein achtmonatiges Mädchen wurde bei einem Angriff israelischer Siedler im Dorf Sair, nördlich von Hebron, verletzt. Der Vorfall ereignete sich am späten Mittwochabend, als eine Gruppe bewaffneter Siedler Steine auf Häuser und Grundstücke warf. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur WAFA erlitt das Mädchen „leichte Verletzungen im Gesicht und am Kopf“ oe24 berichtet.

In der Folge nahm die israelische Polizei fünf Siedler fest, die mutmaßlich an dem Angriff beteiligt waren. Diese Verdächtigen stammen von einem nahegelegenen Außenposten, der von den israelischen Behörden als illegal eingestuft wird. Der Vorfall zeigt die zunehmende Gewalt radikaler Siedler gegen Palästinenser im Westjordanland, die laut UN im Oktober 2025 die höchste Zahl an Angriffen seit 2006 verzeichneten. Im Durchschnitt wurden an acht Tagen pro Tag Vorfälle gemeldet Tagesschau berichtet.

Zunehmende Siedlergewalt und das politische Klima

Die Angriffe der Siedler auf landwirtschaftliche Flächen, Hütten und Häuser sind vielfältig und oft verheerend. Dutzende israelische Siedler griffen kürzlich eine Molkerei in Beit Lid an, bei der mehrere Lkw ausbrannten. Abdallah Kamil, der Bürgermeister von Tulkarem, macht die israelische Regierung und Minister Ben Gvir verantwortlich für diese Eskalation der Gewalt. Er bezeichnet die Angriffe als Teil einer Kette von Verbrechen gegen die palästinensische Bevölkerung. Gleichzeitig kam es zu fundamentalen Veränderungen im politischen Diskurs innerhalb Israels, da nationalreligiöse und rechtsextreme Politiker die gewaltbereiten Siedler verteidigen Tagesschau berichtet.

Das Thema wird auch immer wieder von hochrangigen Politikern aufgegriffen. Meirav Ben-Ari von der Yesh Atid-Partei beschuldigt die Regierung von Benjamin Netanjahu, Versäumnisse in der Sicherheitspolitik zu zeigen. Verteidigungsminister Israel Katz äußert sich nicht zu Verletzungen von Soldaten und Palästinensern, während Eliezer Marom, ein ehemaliger Kommandeur der israelischen Marine, eine Wiederherstellung der Administrativhaft für Siedler fordert. Berichten zufolge wird nur ein Drittel der palästinensischen Anzeigen gegen Siedler strafrechtlich verfolgt Tagesschau berichtet.

Illegale Siedlungen und internationale Kritik

Die Situation im Westjordanland ist durch den ungebremsten Bau neuer israelischer Siedlungen geprägt. Laut den neuesten Informationen entstehen im Jahr 2023 die meisten neuen Wohneinheiten seit 2017, mit insgesamt 47.390 entwickelten, genehmigten oder ausgeschriebenen Einheiten. Die internationale Gemeinschaft ist alarmiert über diese Entwicklungen. Deutschland und 13 weitere Staaten haben Israels Pläne für den Bau von 19 neuen Siedlungen im Westjordanland verurteilt, da diese als völkerrechtswidrig eingestuft werden ZDF berichtet.

Im Kontext dieser eskalierenden Gewalt und der fortschreitenden Siedlungspolitik ist es wichtig zu beachten, dass das Westjordanland seit 1967 von Israel besetzt wird. In dem Gebiet leben rund drei Millionen Palästinenser und etwa 500.000 Israelis. Nach internationalem Recht gelten alle israelischen Siedlungen im Palästinensergebiet als illegal, und obwohl einige Außenposten auch nach israelischem Recht als illegal gelten, wurden viele legalisiert, was die Komplexität der Situation weiter erhöht ZDF berichtet.

In Anbetracht der fragilen Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas seit dem 10. Oktober 2023 bleibt die Situation im Westjordanland angespannt und erfordert dringend eine Lösung, um weitere Eskalationen zu verhindern.