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Kampf um Khartum: Katholische Kathedrale als Waffenlager missbraucht!

Im Sudan tobt seit April 2023 ein grausamer Bürgerkrieg, der bislang Zehntausende Todesopfer gefordert hat. Die Waffen ruhen kaum, und die humanitäre Lage vergeht zusehends. Lokale Ansprechpartner von Kirche in Not berichten, dass die katholische Kathedrale in Khartum von Truppen der Rapid Support Forces (RSF) als Waffenlager missbraucht wurde. Dies ist ein weiteres Beispiel für die Verwüstung, die das Land erlitten hat, während der Konflikt zwischen Regierungstruppen und der RSF um die Kontrolle des Landes wütet. Die Regierungstruppen haben zuletzt Khartum zurückerobert, jedoch hält die RSF weiterhin strategisch wichtige Positionen im Westen des Sudan.

Bereits seit zwei Jahren sind die Kämpfe im Gange, ausgelöst durch einen Machtkampf zwischen dem Militärherrscher Abdel Fattah al-Burhan und seinem ehemaligen Stellvertreter, Mohamed Hamdan Dagalo, alias Hemeti, der die RSF befehligt. Während beide Seiten immer wieder Waffenruhen vereinbarte und sie zugleich gebrochen haben, verschärft sich die humanitäre Krise im Sudan. Laut den Vereinten Nationen wurde hier die größte humanitäre Katastrophe weltweit ausgelöst. Aktuell sind über 26 Millionen Menschen, rund die Hälfte der Bevölkerung, vom Hunger betroffen, während knapp 13 Millionen Menschen gezwungen wurden, ihre Heimat zu verlassen.

Humanitäre Krise und Fluchtbewegungen

Die humanitäre Krise im Sudan ist alarmierend, da etwa 25 Millionen Menschen dringend humanitäre Hilfe benötigen. Rund 17,7 Millionen Menschen sind von akutem Hunger bedroht, darunter mehr als 16 Millionen Kinder, die anderweitig gefährdet sind. Viele haben ihr Zuhause verloren, und seit Beginn des Krieges sind über 6,5 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht, während fast 2 Millionen den Sudan verlassen haben. Die internationale Gemeinschaft hat in den letzten Jahren nur begrenzte Aufmerksamkeit für diesen Konflikt aufgebracht, und der UN-Hochkommissar für Menschenrechte hat von einer „globalen Amnesie“ gesprochen, was die Situation noch erschreckender macht.

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Ein Blick auf die Chronologie des Konflikts zeigt, dass die RSF, die 2013 von Omar al-Baschir gegründet wurde, eine Schlüsselrolle in den Kämpfen spielt. Diese paramilitärische Miliz ist mit schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen in Verbindung gebracht worden und erhält Unterstützung von internationalen Akteuren, darunter der russischen Wagner-Gruppe. Im Gegensatz dazu erhält die reguläre Armee Unterstützung aus Ländern wie Ägypten und der Türkei.

Die Rolle der christlichen Gemeinde

Die kleine christliche Gemeinde des Sudan, die vor dem Krieg weniger als fünf Prozent der 43 Millionen Einwohner ausmachte, hat unter dem Konflikt stark gelitten. Viele Mitglieder sind geflohen, was die Gemeinde weiter dezimiert hat, wie Berichte von Kirche in Not zeigen. Die finanzielle Unterstützung für den Sudan ist angesichts dieser Krisensituation von wesentlicher Bedeutung, da die Vereinten Nationen für 2025 4,2 Milliarden Dollar für humanitäre Hilfe benötigen.

Die aktuelle Gewalt hat nicht nur zu einem massiven Verlust an Menschenleben geführt, sondern auch die ethnischen Spannungen im Sudan, insbesondere in Regionen wie Darfur, angeheizt. Hier gibt es Berichte über fortdauernde ethnische Angriffe, die mögliche Völkermorde beinhalten, und der Internationale Strafgerichtshof hat bereits Ermittlungen eingeleitet.

Die internationale Gemeinschaft steht vor der Herausforderung, nicht nur humanitäre Hilfe zu leisten, sondern auch den politischen Dialog zu fördern, um diesem blutigen Konflikt ein Ende zu setzen. Der Sudan, der eine düstere Geschichte ethnischer Gewalt hat, benötigt dringend Lösungen, um den Weg zu einer dauerhaften Stabilität und Frieden zu ebnen.

Für weitere Informationen zu dieser tragischen Situation im Sudan können Sie die Berichte von exxpress, bpb und Deutschlandfunk konsultieren.

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Was ist passiert?
Bürgerkrieg
In welchen Regionen?
Sudan
Genauer Ort bekannt?
Khartum, Sudan
Ursache
Machtkampf
Beste Referenz
exxpress.at
Weitere Quellen
bpb.de

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