
In einer dramatischen Wende im syrischen Bürgerkrieg haben jihadistische Kräfte unter der Führung von Hajat Tahrir al-Scham (HTS) am Mittwoch eine offensive Großoffensive gegen die Regierungstruppen gestartet, was zu massiven Kämpfen in Aleppo führte. Laut Berichten von Kleine Zeitung wurden bis zu 400 Menschen getötet, darunter 214 Kämpfer der HTS, 137 Soldaten der Regierung und 61 Zivilisten. Besonders alarmierend war, dass allein am Sonntag 17 Zivilisten ihr Leben verloren. Diese Offensive führte dazu, dass die syrische Regierung am Sonntag die Kontrolle über die zweitgrößte Stadt des Landes, Aleppo, vollständig verlor – ein Ereignis, das seit dem Ausbruch des Konflikts im Jahr 2011 beispiellos ist.
Kontrollen und Konfrontationen
Die Rapidität des von den Rebellen verbuchten Gebietserwerbs ist frappierend. Aktivisten berichteten, dass Aleppo, mit Ausnahme von vier Stadtteilen, die von kurdischen Milizen gehalten werden, nun vollständig unter der Kontrolle der Rebellenallianz steht. Dies markiert eine der größten militärischen Niederlagen für Präsident Baschar al-Assad seit Jahren, wie die Münstersche Zeitung berichtete. Es wird befürchtet, dass die Übernahme von Aleppo die Gewaltspirale im bereits langanhaltenden Konflikt weiter anheizen könnte, insbesondere da Russland, Assads Verbündeter, wieder Luftangriffe auf die Stadt fliegt, was die Situation zusätzlich destabilisiert.
Die aktuelle Lage in Aleppo ist das Ergebnis jahrelanger Kämpfe, wobei die Stadt zwischen 2012 und 2016 nahezu vollständig zerstört wurde. Der Kampf um Aleppo gehört zu den brutalsten Phasen des Krieges. Die jüngsten Ereignisse scheinen die Schwäche der mit Assad verbündeten Kräfte ausgenutzt zu haben, und während sich die internationale Gemeinschaft um eine Lösung bemüht, nehmen die Konflikte und die humanitäre Krise weiter zu. Die Zivilschutzgruppen vor Ort berichteten über zahlreiche verwundete Zivilisten in den letzten Luftangriffen, während die Spannungen zwischen kurdischen und protürkischen Rebellen in der Region ebenfalls zunehmen. Diese Entwicklungen verdeutlichen die Komplexität und die zahlreichen Akteure, die in diesem anhaltenden Konflikt involviert sind, was die Aussicht auf Frieden in der Region weiter trübt.
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