
Die syrischen Dschihadisten unter der Führung der Hayat Tahrir al-Sham (HTS) haben die Kontrolle über die Millionenstadt Aleppo übernommen, wie Heute.at berichtet. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt im seit über 14 Jahren andauernden Bürgerkrieg: Zum ersten Mal seit 2016 ist die zweitgrößte Stadt Syriens, mit über 2 Millionen Einwohnern, nicht mehr in der Hand der Regierung von Baschar al-Assad. Laut Rami Abdel Rahman, dem Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, kontrollieren die Rebellen mittlerweile fast die gesamte Stadt, mit Ausnahme von vier Stadtteilen, die kurdische Milizen halten. Innerhalb weniger Tage gelang es den Rebellen, bedeutende Gebietsgewinne zu erzielen und sich wieder als schlagkräftige Kraft zu etablieren.
Die syrische Regierung plant laut eigenen Angaben ein militärisches Gegenoffensive. Gleichzeitig führte die russische Luftwaffe am Wochenende wieder Angriffe auf Ziele in Aleppo durch, was die Militärsituation weiter eskalieren lässt. Wie fr.de berichtet, wurden bei diesen Luftangriffen bereits mehrere Zivilisten getötet und zahlreiche Verletzte gemeldet. Der Iran hat unterdessen seine Unterstützung für die Führung in Damaskus bekräftigt und plant, den syrischen Streitkräften erneut den Rücken zu stärken. Bei den Kämpfen sind bereits mehr als 320 Menschen ums Leben gekommen, darunter 44 Zivilisten, und es wird immer deutlicher, dass die Konfliktparteien auf eine neue, blutige Eskalation zusteuern.
Folgen der Offensive
Die jüngste Offensive der Rebellen stellt nicht nur eine militärische Herausforderung für die Regierung von Baschar al-Assad dar, sondern gefährdet auch die bestehenden Spannungen zwischen den verschiedenen Rebellengruppen und den kurdischen Milizen im Land. Der Konflikt in Syrien hat bereits zu einer bedrohlichen humanitären Krise geführt und könnte, wenn sich die Situation weiter verschlechtert, zu unvorhersehbaren Konsequenzen führen. Zudem bleibt unklar, inwieweit Assad und seine Verbündeten in der Lage sind, diese plötzliche Wende im Krieg zu reagieren und ihr Territorium zurückzugewinnen.
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