
In Purkersdorf, Niederösterreich, hat eine Reihe von Graffiti-Vandalismus zwischen dem 14. Februar und dem 10. März 2025 für massive Schäden gesorgt. Die unbekannten Täter haben in dieser Zeit öffentliche und private Eigentümer, besonders im Zentrum von Purkersdorf sowie angrenzenden Straßen und Plätzen, erheblich geschädigt. Auf Wänden, Bushaltestellen, Brücken, Schulen und vielen weiteren Oberflächen hinterließen sie Schriftzüge wie „MOST“, „SEMO CAP“, „arion“, „hocus“ und mehr.
Die Polizei von Purkersdorf hat sich aktiv an der Aufklärung der Taten beteiligt und bittet um Hinweise zu den Tätern sowie zu weiteren betroffenen Orten. Über die Telefonnummer 059133-3233 können Informationen gemeldet werden. Der geschätzte Schaden beläuft sich auf einen mittleren fünfstelligen Betrag.
Schaden an der Allgemeinheit
Die Graffiti-Vandalismus-Aktivitäten sind nicht nur ein Ärgernis für die Anwohner, sondern führen auch zu erheblichen finanziellen Belastungen für die Stadtgemeinde. Nikolaj Hlavka, der Bauamts-Leiter von Purkersdorf, erklärte, dass die Allgemeinheit für die Kosten der Schadensbehebung aufkommen müsse. Die Entfernung der Graffiti sei teuer, und es benötige oft spezielle umweltschonende Reinigungsmittel, was die Kosten noch weiter in die Höhe treibe.
Darüber hinaus stellte Hlavka fest, dass die Graffiti-Aktivitäten saisonabhängig sind. Mit steigenden Temperaturen nehmen die Fälle offenbar zu, was diesbezüglich in den letzten Jahren zu beobachten war. Vor diesem Hintergrund hat die Stadtgemeinde Legale Flächen für Sprüher angeboten, jedoch fanden diese Vorschläge nicht die gewünschte Akzeptanz bei den Jugendlichen.
Straftat und Herausforderungen bei der Täterausforschung
Im Allgemeinen handelt es sich bei Graffiti um eine Straftat, die gemäß § 125 und § 126 StGB als Sachbeschädigung geahndet wird. Die rechtlichen Konsequenzen reichen von Geldstrafen bis zu mehrjährigen Haftstrafen. Ungeachtet dieser Konsequenzen bleibt die Täterausforschung eine große Herausforderung, da viele Sprayer keine Spuren hinterlassen und häufig keine Videoüberwachung an den Tatorten vorhanden ist.
Die Dunkelziffer nicht angezeigter Vorfälle könnte zudem höher sein, als die Polizei verzeichnen kann. So wurden beispielsweise im Bezirk Wien-Umgebung in 2014 71 Fälle von Sachbeschädigung aufgrund von Graffiti registriert, mit einer Aufklärungsquote von 49,3%. Im Jahr darauf stieg die Anzahl der registrierten Fälle auf 72, doch die Aufklärungsquote fiel auf bescheidene 15,3%.
Graffiti als Kunstform und gesellschaftliches Phänomen
Die duale Wahrnehmung von Graffiti als Vandalismus oder Kunst wird in einer aktuellen Ausstellung im Steintormuseum diskutiert. Diese zeigt nicht nur die neuesten Graffiti-Trends, sondern betrachtet auch die Kunstform aus verschiedenen Perspektiven. Gezeigt werden Fotografien sowie Werke von Graffiti-Künstlern, die speziell für diese Ausstellung angefertigt wurden.
Graffiti kann als eine Form der Kommunikation verstanden werden, die sich ständig wandelt. Künstler lassen sich dabei oft von alltäglichen Motiven inspirieren, und die Differenzierung zwischen legalem und illegalem Graffiti wird immer wieder diskutiert. Diese Ausstellung zielt darauf ab, insbesondere junge Leute für das Thema Graffiti und die Kunst dahinter zu begeistern.
Insgesamt ist Graffiti ein Thema, das sowohl kulturelle als auch gesellschaftliche Dimensionen hat, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Purkersdorf weiterentwickeln wird.
Weitere Informationen zu den aktuellen Graffiti-Fällen in Purkersdorf finden Sie auf 5min.at, Details zur finanziellen Belastung für die Gemeinde sind auf meinbezirk.at zu lesen, während die Diskussion rund um Graffiti als Kunst im nordkurier.de beleuchtet wird.
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