In der Wiener Alsergrund-Region sorgt eine kuriose Entdeckung für Aufregung. Bei einer kürzlichen Wahlparty der FPÖ stellte sich heraus, dass die Veranstaltung in einer großen Holzhütte stattfand, für die es keine Baugenehmigung gibt. Der Fall wurde zunächst durch Nachforschungen des KURIER öffentlich, die dazu führten, dass die Baupolizei tätig wurde. Behördenleiter Gerhard Cech stellte unmissverständlich fest: „Nach Recherche in unserem Archiv kann ich mitteilen, dass für diese ,Almhütte‘ keine Baubewilligung bei uns aufliegt. Wir werden daher die erforderlichen Schritte zur Herstellung des rechtmäßigen Zustandes in die Wege leiten.“
Die Fragen bleiben nicht aus: Wie konnte es dazu kommen, dass seit fast einem Jahrzehnt im belebten Uni-Campus eine große Gastro-Einrichtung ohne Genehmigung existiert? Die Holzhütte, ausgestattet mit einer Bar und mehr als 30 Sitzplätzen, hat scheinbar nie jemandem ein Dorn im Auge gewesen. Inmitten der rechtlichen Grauzone fällt auf, dass der öffentlich zugängliche Flächenwidmungsplan keinen Platz für zusätzliche Gebäude im Gastgarten der „Ambulanz“ vorsieht.
Der Betreiber und seine Sicht
Heinz Pollischansky, der Betreiber der Almhütte, reagierte auf die Enthüllungen gelassen: „Das ist ein Blödsinn! Das ist ja kein Baugebäude, sondern eine frei aufgestellte Hütte wie beim Christkindlmarkt. Daher reicht eine Betriebsanlagengenehmigung.“ Diese Meinung steht dabei im Widerspruch zur Sichtweise der Baubehörde. Pollischansky, der in der Vergangenheit politisch aktiv war und engere Beziehungen zur FPÖ nachgesagt werden, kann die Aufregung nach all den Jahren nicht nachvollziehen. Er betont: „Ich verstehe die Aufregung nach fast zehn Jahren nicht.”
Die Situation spitzt sich zu, da Pollischansky bereits angekündigt hat, zum Jahreswechsel die Hütte zu schließen. „Aber die Sache ist mir wurscht, denn ab 1. Jänner kommt die Hütte sowieso weg, denn ich höre dort komplett auf“, äußert er sich entschlossen. Der Betreiber plant, das traditionelle Weihnachtsdorf ab dem 15. November zu veranstalten, was zugleich eine Art Abschiedsgala darstellt.
Die Rolle der Universität Wien
Die Universität Wien, als Eigentümerin des Geländes, äußert sich ebenfalls zu der Angelegenheit. Sprecherin Cornelia Blum betont, dass die Verantwortung für bauliche Genehmigungen beim Pächter liegt. „Als Vermieter hat es die Uni Wien bewilligt, im Rahmen des Mietvertrages, Hütten, Pavillons etc. aufzustellen (sofern diese nicht fix mit dem Boden verbunden sind). Die Almhütte ist nach unserem Informationsstand nicht mit dem Boden verbunden.“ Dieser Standpunkt wirft Fragen auf: Ist die Hütte tatsächlich nur ein luftiger Traum und somit nicht baurechtsfähig?
Die rechtlichen Folgen dieser Entscheidung werden in den kommenden Wochen zu beobachten sein, insbesondere wenn es um Strafmaßnahmen und mögliche Konsequenzen für das Aufstellen der Hütte ohne Genehmigung geht. Ob die Vorwürfe gegen Pollischansky und die Hütte zu weiteren politischen Diskussionen führen, bleibt abzuwarten, wie kurier.at berichtet.
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