Rätselhafter Prozessstart: Benko-Anwalt kündigt Überraschung an!
René Benko steht ab 14. Oktober 2025 in Innsbruck wegen Betrugsvorwürfen vor Gericht. Die Verhandlung könnte schnell enden.

Rätselhafter Prozessstart: Benko-Anwalt kündigt Überraschung an!
Am 15. Oktober 2025 steht der Unternehmer René Benko, bekannt als Gründer von Signa und ehemaliger Karstadt-Investor, vor Gericht in Innsbruck. Der Prozess begann am Vortag und brachte bereits einige brisante Details ans Licht. Benkos Anwalt, Dr. Norbert Wess, äußerte sich nach dem ersten Prozesstag optimistisch und bezeichnete die Anklage der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) als „fehlerhaft“, die „das juristische Einmaleins“ verfehle. Wess plant, Benko, der sich seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft befindet, in der Justizanstalt Innsbruck zu besuchen.
Der Vorwurf gegen Benko umfasst zwei zentrale Punkte: Zum einen wird ihm eine Miet- und Betriebskostenvorauszahlung von etwa 360.000 Euro für eine Villa in Innsbruck vorgeworfen, die über seine Mutter abgewickelt wurde. Zum anderen geht es um eine Schenkung von rund 300.000 Euro an seine Mutter, die als „Rückführung Darlehen“ deklariert wurde. Beide Zahlungen sollen in einer Zeit geleistet worden sein, in der Benkos finanzielle Schwierigkeiten offensichtlich waren. Der Vorwurf lautet auf „betrügerische Krida“, was einen speziellen Betrugsfall im Zusammenhang mit einem Bankrott beschreibt. Benko selbst beteuert seine Unschuld und plädierte zu Prozessbeginn auf „nicht schuldig“.
Prozessdetails und Perspektiven
Der erste Verhandlungstag verlief zügig. Benko war während der Anhörung eher wortkarg und kritisierte die WKStA, die er als „zynisch“ bezeichnete. Das Gericht hatte mehrere Zeugen geladen, darunter Benkos Tochter und seine Mutter, jedoch konnte der beantragte Zeuge Andreas Grabenweger nicht angehört werden, was zur frühzeitigen Beendigung der Verhandlung vor Mittag führte. Der Prozess soll jedoch noch heute fortgesetzt werden, mit dem Ziel, das Beweisverfahren gegen Mittag abzuschließen. Ein Urteil wird voraussichtlich am Nachmittag erwartet.
Dr. Wess kündigte zudem an, eine „Überraschung“ bezüglich eines Enthaftungsantrags anzustreben. Benkos Untersuchungshaft wurde in der Vergangenheit bereits zweimal in Wien verlängert, obwohl ein Innsbrucker Richter für die Entscheidung zuständig wäre. Dies könnte ein weiterer kritischer Punkt in der Verteidigung von Benko werden.
Umfangreiche Ermittlungen und mögliche Folgen
Der Prozess in Innsbruck wird als „kleineres Verfahren“ angesehen, wobei Fachleute wie Robert Kert, ein Professor für Wirtschaftsstrafrecht, darauf hinweisen, dass die Justiz vor einem der komplexesten Wirtschaftsverfahren seit dem Zweiten Weltkrieg steht. Insgesamt laufen rund ein Dutzend Ermittlungsverfahren gegen Benko und Verantwortliche von Signa, wobei die Pleite von Signa als die größte in der Geschichte Österreichs gilt, mit Gläubigerforderungen in Milliardenhöhe.
Gerichts- und Medienberichte deuten darauf hin, dass der laufende Prozess möglicherweise der Beginn einer Reihe von rechtlichen Auseinandersetzungen ist. Wess erklärte, dass sie einen namhaften Zeugen zur Causa Villa einladen wollen, was das Verfahren zusätzlich aufheizen könnte. Die WKStA ermittelt in verschiedenen Verfahren wegen Verdachts auf Betrug, Untreue, Bankrott und Verheimlichung von Vermögen. Dies verdeutlicht die Schwere der Vorwürfe und die weitreichenden Konsequenzen, die die Ergebnisse des Verfahrens für Benko und sein Unternehmen haben könnten.
Für weitere Informationen zur Rolle der WKStA in diesen Verfahren und den damit verbundenen rechtlichen Rahmen, verweisen wir auf die offiziellen Informationen auf Justiz.gv.at.
In den kommenden Tagen wird das Gericht weiterhin Zeugen anhören und weitere Beweise prüfen. Die Wirtschaftswelt beobachtet diesen Prozess gespannt, nicht zuletzt, weil er wegweisend für die Zukunft von Signa und deren strategischen Entscheidungen sein könnte.