
Im oberösterreichischen Mühlviertel wurden Anfang April 2025 drei Männer Ziel von Angriffen, die unter dem Verdacht eines Hate-Crime-Motivs stehen. Die Staatsanwaltschaft Linz bestätigte, dass die Opfer über eine Dating-App kontaktiert und an abgelegene Orte gelockt wurden. Dabei handelt es sich um zwei junge Männer im Alter von 20 und 22 Jahren, die offensichtlich von jüngst aufgedeckten Hate-Crime-Fällen inspiriert wurden, um ihre Übergriffe zu planen. Die Verdächtigen befinden sich derzeit in Untersuchungshaft.
Am 1. April 2025 kam es zu dem ersten Vorfall, als die Täter einen 25-jährigen Mann aus dem Bezirk Linz-Land trafen. Bei diesem Treffen erschienen sie vermummt und bewaffnet mit einer CO2-Pistole und einem Schlagstock. Sie zwangen das Opfer, sein Handy herauszugeben und Bargeld von einem Bankomaten abzuheben. Ein Versuch des Opfers, das Geld mittels Online-Banking zu überweisen, schlug fehl. In der darauffolgenden Nacht wurden zwei weitere Männer, 25 und 26 Jahre alt, aus den Bezirken Wels-Land und Vöcklabruck nach Mauthausen und Langenstein gelockt, wo die Täter jedoch nur die Autoreifen der Fahrzeuge zerstachen.
Ermittlung und Zeugenaussagen
Ein Zeuge, der sich das Autokennzeichen der Täter merkte, informierte die Polizei, die soon das Fahrzeug der Verdächtigen ausfindig machen konnte. Darin wurden Sturmhauben, eine Gasdruckpistole, ein Klappmesser und ein Baseballschläger sichergestellt. Die Verdächtigen gaben zwar einen Teil der Taten zu, bestreiten jedoch den Raub und behaupten, das Geld sei freiwillig angeboten worden.
Die Ermittler sind überzeugt, dass die Täter möglicherweise versuchen, vom tatsächlichen Raub abzulenken. Sie haben ebenfalls angegeben, dass sie Probleme mit Pädophilen hätten, obwohl die Opfer in keinem der Fälle diese Neigungen aufwiesen. Die genutzte Dating-App richtet sich speziell an homo- und bisexuelle Nutzer, was im Kontext der Übergriffe besonders besorgniserregend ist.
Kontext der Hate Crimes
Hate Crimes sind allgemein als Straftaten anerkannt, die durch Vorurteile gegen Merkmale wie Rasse, Religion, sexuelle Orientierung oder Behinderung motiviert sind. Der Anstieg solcher Übergriffe, insbesondere im Internet, wirft ein Schatten auf die gesellschaftliche Sicherheit. Im Jahr 2020 wurden in den USA über 8.000 Hate-Crime-Vorfälle gemeldet, was einen signifikanten Anstieg darstellt. Auch in anderen Ländern, einschließlich des Vereinigten Königreichs, wird ein Anstieg dieser Fälle registriert, wobei eine große Anzahl von Vorfällen online stattfindet.
Statistiken zeigen, dass eine signifikante Zahl von Hate-Crimes gegen die LGBTQ+-Gemeinschaft gerichtet ist, was auch die Schwere der Vorfälle im Mühlviertel unterstreicht. Die erhöhte Sichtbarkeit und die Berichterstattung über Hate-Crime-Fälle könnten andere dazu inspirieren, ähnliche Taten zu begehen, was die Dringlichkeit der Bekämpfung solcher Straftaten verdeutlicht.
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