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Im Marchfeld wurde ein bahnbrechender Erdgasfund entdeckt, der als größter seiner Art in Österreich seit 40 Jahren gilt. Laut oe24.at könnte dieser Fund in Wittau, im Bezirk Gänserndorf, Österreich von der Abhängigkeit teurer Gasimporte abbringen. OMV-Vorstandsvorsitzender Alfred Stern hebt hervor, dass das Potenzial des neuen Gasfeldes bei etwa 48 Terawattstunden (TWh) liegt – was rund 28 Millionen Fass Öl entspricht. Die Schätzung deutet darauf hin, dass die jährliche Inlandsgasförderung um etwa 50 Prozent von 5 auf 7,5 TWh steigen könnte.
Das neue Gasfeld könnte die Energiepolitik Österreichs maßgeblich beeinflussen, insbesondere durch die konventionelle Förderung ohne Fracking. Um die Erschließung zu beginnen, benötigt die OMV jedoch eine Genehmigung für eine Pipeline zum 10 Kilometer entfernten Standort in Aderklaa. Während die OMV ihre Inlandsproduktion steigern möchte, bleibt die Abhängigkeit von russischen Gasimporten stark, wie energynewsmagazine.at berichtet. Laut Stern gibt es derzeit keinen Plan, die Lieferungen von Gazprom zu ändern, obwohl die OMV diversifiziert, um im Notfall sicherzustellen, dass ihre Kunden weiterhin mit Gas versorgt werden können. Der Konzern hat zudem einen Liefervertrag für Flüssiggas mit BP unterzeichnet, der ab 2026 in Kraft tritt und jährlich eine Million Tonnen umfasst.
Auswirkungen auf die Gewinnentwicklung
Trotz dieser positiven Entwicklung im Bereich der Gasförderung hat die OMV mit einem Gewinneinbruch zu kämpfen. Der Konzernumsatz fiel im ersten Halbjahr um über ein Drittel im Vergleich zum Vorjahr. Dieser Rückgang ist auf fallende Öl- und Gaspreise zurückzuführen, die seit den Rekorden infolge des Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 gesunken sind. Im ersten Halbjahr betrug der durchschnittliche Preis für Brent-Öl etwa 80 Dollar, was einer Abnahme von einem Viertel gegenüber dem Vorjahr entspricht. Gleichzeitig ist der Gaspreis auf unter 30 Euro je Megawattstunde gefallen, was auf eine gesicherte Versorgung zurückzuführen ist. Die österreichischen Gasspeicher sind bereits zu 87 Prozent gefüllt, während vergleichbare Bedingungen in den anderen EU-Staaten herrschen.
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