Feldkirchen-Westerham sieht sich aktuell mit dramatisch steigenden Wasserkosten konfrontiert. Der Bürgermeister der Gemeinde, Johannes Zistl, äußerte sich dazu bei einer kürzlich abgehaltenen Bürgerversammlung und bezeichnete die Situation als „unangenehm“. Die Einwohner sind seit dem 1. November 2024 mit einer Erhöhung von fast 60 Prozent in ihren Wasserpreisen konfrontiert. Dies sorgt für Unverständnis und Unmut unter den Betroffenen.
Der Neuerung zufolge hat sich der Preis für den Verbrauch pro Kubikmeter Wasser (1000 Liter) von vorher 1,83 Euro auf jetzt 2,92 Euro erhöht. Zusätzlich hat die Gemeinde eine neue Zählergebühr eingeführt, die sich von 60 Euro auf 120 Euro verdoppelt hat. Für einen typischen Zwei-Personen-Haushalt, der rund 90 Kubikmeter Wasser jährlich verbraucht, bedeutet dies Mehrkosten von über 90 Euro für den Wasserverbrauch und nochmals 60 Euro für die Zählergebühren.
Hintergründe der Preissteigerung
Zistl erklärte, dass die drastischen Preiserhöhungen hauptsächlich aufgrund „unerwartet hoher Baukosten“ für den neuen Hochbehälter Aschbach notwendig wurden, der mit 2,8 Millionen Euro zu Buche schlägt. Weitere Faktoren wie steigende allgemeine Kosten für Unterhalt, Personal und Strom haben zur Bildung eines Defizits geführt, das innerhalb der nächsten vier Jahre ausgeglichen werden muss. Der Rathauschef bedauerte speziell die hohen Belastungen für Landwirte und Unternehmen, die mit diesen neuen Preisen stark zu kämpfen haben werden.
Um den Bürgern ein wenig Hoffnung zu geben, meinte Zistl, dass es durch eine geplante Überprüfung des Wassernetzes eventuell Einsparpotentiale geben könnte. Er kündigte an, eine Machbarkeitsstudie zur Zusammenarbeit mit anderen Wasserversorgern ins Leben zu rufen. Nach seinen Erwartungen könnten die Wasserpreise im Kalkulationszeitraum von 2028 bis 2032 wieder sinken, doch eine Zusage wollte er nicht geben. „Es bleibt abzuwarten, was tatsächlich möglich ist“, so der Bürgermeister.
In der Zwischenzeit bietet die Gemeinde Tipps zur Reduzierung des Wasserverbrauchs an, die nicht nur das Budget entlasten, sondern auch positive Auswirkungen auf die Umwelt haben könnten. Simple Änderungen im Alltag, wie das Nicht-Laufen-Lassen des Wasserhahns beim Zähneputzen oder der Einsatz von wassersparenden Duschköpfen, können dazu beitragen, den Wasserverbrauch effektiv zu senken.
Für weitere Informationen über die aktuelle Situation in Feldkirchen-Westerham und die Herausforderungen in der Wasserversorgung, können Interessierte die Details auf www.ovb-online.de nachlesen.
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