
Markus Fäßler wurde zum neuen Bürgermeister von Dornbirn gewählt. In einem jüngsten Interview äußerte er sich über die Herausforderungen, die ihn in seiner neuen Amtszeit erwarten. Fäßler, der zuvor als Tiefbaustadtrat tätig war und durch Gebi Kreber zur Politik motiviert wurde, fühlte sich nach seinem Wahlsieg vor allem überwältigt von dem Zuspruch der Bevölkerung. Seine Schwerpunktsetzungen umfassen Hochwasserschutz sowie eine sichere Infrastruktur.
Ein zentrales Anliegen Fäßlers ist die Verbesserung der Radwege, insbesondere in den Bereichen Bobletten und Möcklebur. Er möchte alltagstaugliche Verbindungen für Pendler:innen und gleichzeitig attraktive Freizeitrouten schaffen. Zudem hat Fäßler eine sportliche Vergangenheit, insbesondere im Fußball, was sein Engagement für sportliche Belange unterstreicht.
Verkehrskonzepte und Wohnraum
Ein bedeutendes Thema für die Stadtentwicklung ist die potenzielle Ansiedlung von IKEA auf dem Kika-Areal. Fäßler zeigte sich positiv gegenüber dieser Idee, stellte jedoch klar, dass ein durchdachtes Verkehrskonzept unerlässlich ist, um die Auswirkungen auf das bestehende Straßensystem zu minimieren. In diesem Zusammenhang plant er, alle relevanten Akteure zusammenzubringen, um die Sicherheitslage am Dornbirner Bahnhof zu verbessern.
Gleichzeitig sieht Fäßler großen Bedarf an leistbarem Wohnraum sowie Kinderbetreuungsplätzen im Stadtteil Rohrbach. Ein Wohnbauprojekt in diesem Gebiet musste aufgrund fehlender Finanzierung gestoppt werden, was die Diskussion über zukünftig notwendige Erweiterungen, insbesondere auch für Studierendenwohnungen, anheizte. Der Bürgermeister zeigt sich offen für Gespräche mit potenziellen Projektpartnern.
Finanzielle Herausforderungen der Gemeinden
Die aktuelle Haushaltslage der Stadt steht Fäßler ebenfalls vor Herausforderungen. Der Haushaltsvoranschlag für 2025 sieht eine Kürzung der laufenden Ausgaben um 15 Prozent vor, während gleichzeitig Investitionen in Höhe von 47 Millionen Euro geplant sind. Fäßler betont, dass die Daseinsvorsorge Priorität hat und größere Investitionen vorerst zurückgestellt werden müssen. Die Lage ist nicht nur in Dornbirn angespannt; zahlreiche Gemeinden in Österreich sehen sich mit ähnlichen Schwierigkeiten konfrontiert.
Laut kommunal.at haben viele Gemeinden stagnierende Einnahmen, während die Ausgaben aufgrund steigender Gehälter und Baukosten steigen. Auch die Integration von Geflüchteten und die Herausforderungen, die aus der Pandemie sowie den demographischen Entwicklungen resultieren, belasten die Finanzen. Angesichts dieser komplexen Situation appelliert Fäßler an die Notwendigkeit von Reformen, um der wachsenden Belastung durch neue Aufgaben zu begegnen.
Dennoch sieht sich der Bürgermeister optimistisch, kleinere Projekte zunächst realisieren zu können, während die finanzielle Situation der Stadt analysiert wird. Fäßler plant, Synergien zwischen Innenstadt und Messepark zu schaffen und bessere Busverbindungen zu etablieren, um die Attraktivität der Stadt zu erhöhen. Dabei kritisiert er gleichzeitig die momentan unzureichende Entwicklung des Sägeareals und den fehlenden klaren Entwicklungsplan für diese Fläche.
Insgesamt stehen Fäßler und die Stadt Dornbirn vor vielen Herausforderungen, die strategische Planungen und vielseitige Gespräche mit unterschiedlichen Akteuren erfordern. Der Bürgermeister ist entschlossen, mit einem durchdachten Ansatz an die Themen heranzugehen und die gesundheitlichen sowie sozialen Bedürfnisse der Bürger zu berücksichtigen.
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