Schweiz

Goldpreis-Explosion: Wie die Schweiz vom globalen Edelmetall-Hunger profitiert!

Am 30. März 2025 hat der Goldpreis ein historisches Allzeithoch von 3.082 US-Dollar (ca. 2.858 Euro) erreicht. Dieser Anstieg um knapp zwei Prozent in der letzten Woche ist auf geopolitische Spannungen und wirtschaftliche Unsicherheit zurückzuführen, die sich in den globalen Märkten widerspiegeln. Die Schweiz profitiert in erheblichem Maße von dieser Entwicklung, da sie als weltweit anerkannter Knotenpunkt für die Edelmetallverarbeitung gilt, obwohl sie selbst keine nennenswerten Goldvorkommen besitzt. Bis zu zwei Drittel des weltweit gehandelten Goldes passieren die Schweizer Grenzen, und vier der sieben größten Raffinerien der Welt, darunter Metalor, Argor-Heraeus, MKS PAMP und Valcambi, sind hier ansässig.

Die aktuelle Situation wird zusätzlich von der hohen Nachfrage nach Schweizer Gold in den USA geprägt, insbesondere nach der Ankündigung neuer Strafzölle auf europäische Importe. US-amerikanische Anleger suchen Zuflucht in Gold, was eine Nachfrage erzeugt, die die Rekorde der Finanzkrise 2008 und der COVID-19-Pandemie übersteigt. Der kontinuierliche Anstieg des Goldpreises seit dem Jahr 2000 spiegelt einen langfristigen Trend wider, der durch konstante geopolitische Unsicherheiten gestärkt wird.

Geopolitische Faktoren und ihre Auswirkungen

Gold gilt seit jeher als sicherer Hafen in Krisenzeiten. Geopolitische Ereignisse wie Kriege, wirtschaftliche Sanktionen und politische Unruhen haben in der Vergangenheit die Nachfrage nach Gold signifikant erhöht. Beispielsweise stieg der Goldpreis während des Arabischen Frühlings zwischen 2010 und 2012 um 30 Prozent, was den direkten Einfluss solch instabiler Situationen auf den Markt verdeutlicht. Historisch gesehen hat Gold in Krisenzeiten seinen Wert gehalten oder sogar gesteigert, was es zu einer beliebten Anlageoption macht.

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Aktuelle Konflikte, wie der Ukraine-Konflikt, haben die Unsicherheit auf den Märkten verstärkt und führten zu einem erneuten Goldrausch, insbesondere in den Vereinigten Staaten. In den letzten zwei Jahren haben Zentralbanken weltweit große Mengen Gold aufgekauft, was die Rolle des Edelmetalls in der globalen Finanzordnung weiter stärkt. Analysten sehen die Unsicherheit und die geopolitischen Spannungen als Schlüsselfaktoren, die den Goldpreis in der nahen Zukunft weiter in die Höhe treiben könnten.

Schweiz: ein Zentrum mit Herausforderungen

Trotz ihrer starken Position im Goldhandel steht die Schweiz auch unter Druck. Kritiker weisen auf die problematische Herkunft des Goldes hin, das in die Schweiz gelangt, häufig aus fragwürdigen Quellen. Derzeitige gesetzliche Regelungen verlangen nur die Offenlegung des letzten Verkäufers, nicht jedoch der gesamten Lieferkette. In diesem Kontext wächst der Druck für strengere Sorgfaltspflichten, um Korruption und Menschenrechtsverletzungen zu verringern. Beispielsweise bezieht die Raffinerie Valcambi Gold aus Dubai, was kritisch betrachtet wird, da Dubai als Umschlagplatz für illegales Gold gilt.

Die internationale Gemeinschaft beobachtet diese Entwicklungen aufmerksam, während Initiativen wie Swiss Better Gold versuchen, Kleinminen zu unterstützen, um die negativen Auswirkungen des Goldabbaus zu verringern. Eine Reform des Edelmetallkontrollgesetzes wurde im März 2025 vom Nationalrat beschlossen und liegt nun beim Ständerat, was die Verantwortung der Schweiz im globalen Goldhandel thematisiert.

Zusammenfassend zeigt sich, dass die Schweiz nicht nur von einem sprunghaften Anstieg des Goldpreises profitiert, sondern auch notwendige Herausforderungen im Hinblick auf ethische Standards und Regulierung bewältigen muss, um ihre langfristige Rolle im Edelmetallmarkt zu sichern. Der Druck zur Verantwortung und nachhaltigen Praktiken wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen.

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
In welchen Regionen?
Schweiz
Genauer Ort bekannt?
Vienna, Österreich
Ursache
geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit
Beste Referenz
vienna.at
Weitere Quellen
srf.ch

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