
Präsident Donald Trump hat am Mittwoch eine umfassende Erhöhung der Importzölle in Höhe von 10% für alle Waren, die in die Vereinigten Staaten eingeführt werden, bekannt gegeben. Diese Maßnahme betrifft etwa 60 Länder oder Handelsblöcke und könnte einen weltweiten Handelskrieg auslösen.
Betroffene Handelspartner
Verschiedene bedeutende Handelspartner der USA werden stark von den sogenannten Gegenzöllen Trumps betroffen sein. China kommt mit einer zusätzlichen Zollrate von 34% hinzu, die zu den bereits bestehenden 20% Zöllen auf alle chinesischen Importe addiert wird. Die Europäische Union sieht sich ebenfalls mit 20% Zöllen konfrontiert.
Handelsbilanz und Auswirkungen auf asiatische Länder
Im Jahr 2024 machten China und die EU etwa ein Viertel der gesamten Importe der USA aus und zählen damit zu den drei wichtigsten Lieferanten von US-Importen neben Mexiko, so Daten des US Census Bureau. Auch viele südostasiatische Länder werden stark betroffen sein, einschließlich Vietnam, Laos und Kambodscha, die mit noch nie dagewesenen Zollsätzen von 46% bis 49% rechnen müssen. Diese Länder sind für die USA wichtige Quellen für Konsumgüter, Maschinen, Elektroartikel und Textilien.
Ausnahmen für Mexiko und Kanada
Mexiko und Kanada sind von dieser Liste ausgeschlossen. Allerdings bleibt der bestehende Zoll von 25% für Exporte aus diesen Ländern, die nicht dem United States-Mexico-Canada Agreement (USMCA) entsprechen, in Kraft, mit der Ausnahme von kanadischer Energie und Kali, die mit 10% verzollt werden.
Details zur Berechnung der Zölle
Die zusätzlich erhobenen, länderspezifischen Gegenzölle werden nicht auf produktspezifische Zölle, die bereits für Stahl, Aluminium und Autos angekündigt wurden, aufgeschlagen. Trump stellte die Zölle als „gegenseitig“ dar, wobei die Sätze auf den Zöllen basieren, die Handelspartner den USA auferlegen, unter Berücksichtigung von Währungsmanipulation und anderen Handelsbarrieren. Dies entspricht jedoch nicht der Realität.
Die Formel hinter den Zollsätzen
Die tatsächlichen Gegenzölle folgen einer einfachen Formel: Das Handelsdefizit des Landes geteilt durch seine Exporte in die Vereinigten Staaten, dann halbiert. Diese Berechnung wurde erstmals von dem Journalisten James Surowiecki in einem Beitrag auf X vorgeschlagen und von Wall Street-Analysten unterstützt.
Beispiel für die Handelsbilanz mit China
So betrug das Handelsdefizit der USA mit China im Jahr 2024 295,4 Milliarden Dollar, während die USA Waren im Wert von 439,9 Milliarden Dollar aus China importierten. Dies bedeutet, dass Chinas Handelsüberschuss mit den USA 67% des Wertes seiner Exporte ausmachte — ein Wert, den die Trump-Administration als „auf die USA erhobene Zollgebühr“ bezeichnete. Die Hälfte dieses 67%-Satzes ergibt den für China festgelegten Gegenzoll von 34%.
Ungewöhnliche Zollsätze und Ausnahmen
Dies bedeutet, dass die Zölle anderer Länder in die Berechnung nicht wirklich einflossen. Stattdessen sind die Maßnahmen auf Länder mit großen Handelsüberschüssen im Verhältnis zu ihren Exporten in die Vereinigten Staaten ausgerichtet, wie Mike O’Rourke, Chief Marketing Strategist bei Jones Trading, in einer Mitteilung an Anleger am Mittwoch anmerkte. Dadurch erhielt Lesotho, ein Land, mit dem die Vereinigten Staaten ein Handelsdefizit von 234 Millionen Dollar haben — was weit unter dem Defizit von 295 Milliarden Dollar mit China liegt — den höchsten Gegenzoll von 50%.
Wirkungstermin für die neuen Zölle
Der Grundsatzzoll von 10% wird am Samstag in Kraft treten, während alle höheren Zölle am 9. April wirksam werden.
Die Berichterstattung dieses Artikels wurde von CNNs David Goldman, Elisabeth Buchwald und Bryan Mena unterstützt.
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