Altenwerder: Ein verlorenes Dorf und die Erinnerungen der Bewohner

Transparenz: Redaktionell erstellt und geprüft.
Veröffentlicht am

Altenwerder, einst ein lebendiges Fischerdorf in Hamburg, verschwand ab 1977, während nur die Kirche St. Gertrud blieb.

Altenwerder: Ein verlorenes Dorf und die Erinnerungen der Bewohner

Der Hamburger Hafen ist durch seine erheblichen Erweiterungen bekannt, die bis in die 1970er Jahre zurückreichen. In diesem Zusammenhang verschwand das damalige Dorf Altenwerder, das für seine malerische Kulisse und die enge Gemeinschaft von 2.500 Bewohnern bekannt war. Lediglich die Kirche St. Gertrud konnte dem Abriss standhalten und steht bis heute als solches Zeugnis aus vergangenen Zeiten.

Die Geschichte von Altenwerder ist eine tragische, die mit der Erlassung des Hafenerweiterungsgesetzes von 1961 begann. Dieses Gesetz legte den Grundstein für die Umwandlung des ehemaligen Fischerdorfs in ein Industriegebiet. Nach der Bekanntgabe durften die Bewohner keine signifikanten Veränderungen an ihren Häusern vornehmen, was den anstehenden Verlust der eigenen Heimat verdammte. Trotz anfänglicher Ungewissheit ließ die Stadtverwaltung nicht lange auf sich warten und begann in den späten 1970er Jahren mit dem Abriss von mehr als 50 Prozent der Häuser innerhalb eines Jahres, wie Zeitzeugen berichteten.

Ein Kampf um den Erhalt

Klaus Lippmann, ein Unternehmer aus Angebotsfirma, erinnert sich an die ergreifenden Momente der Enteignung und den damit verbundenen Verlust seiner Kindheit. „Ein Zahn nach dem anderen wurde rausgeknackt. Sobald einer verkauft hat, wartete der Bagger,“ erklärt er im Hamburg Journal des NDR von 2024. Auch Bernd Meyer, ein weiterer Bewohner von Altenwerder, hat den Verlust ebenso schmerzlich empfunden. Für ihn war die Kindheit in Altenwerder unvergesslich und reicht von einer intakten Dorfgemeinschaft bis zu den Unternehmungen in der Natur. „Es gab Kneipen, Geschäfte, Handwerksbetriebe und viele Erinnerungen,“ so Meyer nostalgisch.

Dieser Verlust an Heimat und Kindheit war für viele der ehemaligen Dorfbewohner schwer zu akzeptieren. „Nen alten Baum, den verpflanzt man nicht,“ erinnert sich Meyer an ein Sprichwort, das die enge Verbindung zur Heimat verdeutlicht. Nach anfänglichem Widerstand mussten die Bewohner schließlich Realität und Verlust ins Leben integrieren. 1973 wurde die endgültige Räumung beschlossen, und viele Einwohner sahen sich gezwungen, ihre alte Heimat hinter sich zu lassen.

Der schmerzhafter Abschied und das bleibende Erbe

Der Abriss des eigenen Hauses war für Lippmann der schmerzhafteste Teil des Prozesses: „Ich habe das damals auch gefilmt. Ich hab den Film bis heute noch nicht angeguckt,“ berichtet er. Auch wenn viele von Altenwerder wegzogen, bleib die Erinnerung an das Dorf lebendig. Nach dem endgültigen Umzug nach Neugraben und der Wiederaufbau der Seilerei fand Lippmann in den folgenden Jahren eine neue Heimat, doch der Platz im Herzen für Altenwerder blieb.

Die meisten ehemaligen Bewohner blieben im Umfeld von Altenwerder und entwickelten neue Lebensperspektiven, dennoch hinterließen die Abrisse ihren bitteren Nachgeschmack. Am Ende der 1980er Jahre war Altenwerder praktisch ein Geisterdorf, und die Hälfte der noch vorhandenen Gebäude war dem Erdboden gleichgemacht worden.

Heute erinnert die Kirche St. Gertrud an die einst blühende Gemeinschaft, die in Altenwerder lebte. „Man hat natürlich versucht, sich gegenseitig zu stützen. Wir haben ja Freundschaften fürs Leben gebildet. Deshalb ist das auch Heimat,“ sagt Lippmann und hebt hervor, dass viele ehemalige Nachbarn sich einmal im Jahr zum Klönschnack treffen, um ihre Wurzeln und Erinnerungen zu feiern.

Die triste Vergangenheit verwandelte sich in eine interessante Geschichte, die zeigt, wie stark der menschliche Geist ist und wie tief die Wurzeln der Heimat in den Herzen der Menschen verwoben sind. Während der Containerterminal und die Autobahn 7 die Landschaft geprägt haben, bleibt Altenwerder eine lebendige Erinnerung, die nicht vergessen werden kann.

Für weiterführende Informationen zu diesem Thema, siehe die aktuelle Berichterstattung auf www.ndr.de.


Fatal error: Uncaught ErrorException: file_get_contents(/www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/menus/footer-menu.json): Failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php:2 Stack trace: #0 [internal function]: {closure:/www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/show.php:11}(2, 'file_get_conten...', '/www/htdocs/w01...', 2) #1 /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php(2): file_get_contents('/www/htdocs/w01...') #2 /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/show.php(3021): include('/www/htdocs/w01...') #3 {main} thrown in /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php on line 2
FATAL: Uncaught ErrorException: file_get_contents(/www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/menus/footer-menu.json): Failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php:2
Stack trace:
#0 [internal function]: {closure:/www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/show.php:11}(2, 'file_get_conten...', '/www/htdocs/w01...', 2)
#1 /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php(2): file_get_contents('/www/htdocs/w01...')
#2 /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/show.php(3021): include('/www/htdocs/w01...')
#3 {main}
  thrown in /www/htdocs/w01efc79/die-nachrichten.at/footer.php:2