
Am 2. April 2025 gab es einen bahnbrechenden Erfolg im Kampf gegen die Kinderpornografie durch die Abschaltung der Darknet-Plattform „KidFlix“. Diese Plattform, die 2021 ins Leben gerufen wurde, hatte seit April 2022 etwa 1,8 Millionen registrierte Nutzer. Ein großangelegter Polizeieinsatz, unterstützt von Europol, führte zur Identifizierung von fast 1.400 Verdächtigen im Rahmen der Ermittlungen, die 2022 begonnen hatten. Laut Kosmo enthielt die Plattform schwerwiegende sexuelle Missbrauchsakte an Kindern, Kleinkindern und Babys, die in hochqualitativen Videos zur Verfügung gestellt wurden.
Nutzer der Plattform konnten durch Kryptowährungen Zugang zu über 91.000 Videos erhalten, die insgesamt 6.288 Stunden Material umfassten. Bevor die Plattform abgeschaltet wurde, wurden durchschnittlich dreieinhalb neue Videos pro Stunde hochgeladen. Der Einsatz gilt als einer der größten weltweit im Bereich der Pädophilie und stellt die umfassendste Aktion gegen sexuellen Missbrauch von Kindern in Europa dar.
Internationale Zusammenarbeit
Europol veröffentlichte im Zuge der Ermittlungen eine Liste von 38 Ländern, die an der Untersuchung beteiligt waren, darunter Deutschland, Österreich, Belgien, Kanada und die USA. Insgesamt wurden im Rahmen dieser Operation 79 Personen festgenommen, darunter auch einige, die aktiv am Missbrauch beteiligt waren.
Die Zentralstelle für die Bekämpfung von Sexualdelikten zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland vom Bundeskriminalamt (BKA) betrieben wird, spielt eine zentrale Rolle im Bereich des sexuellen Missbrauchs. Diese Stelle wurde Mitte der 90er Jahre eingerichtet, um dem Anstieg der Missbrauchsdarstellungen im Internet entgegenzuwirken. Das BKA erhält jährlich Tausende von Hinweisen auf mögliche Strafhandlungen. Im Jahr 2023 waren es etwa 180.300 Hinweise, die von einem speziell geschulten Team gesichtet wurden, wie das BKA auf seiner Webseite erklärt: BKA.
Aufgaben des BKA
Das Ziel der Zentralstelle ist es, die Landespolizeibehörden zu entlasten und Doppelaufwände zu vermeiden. Sie arbeitet eng mit dem „National Center for Missing and Exploited Children“ (NCMEC) in den USA zusammen, um Missbrauchsdarstellungen zu filtern. Dabei werden erkannte Dateien von Internetanbietern gelöscht und Informationen an das NCMEC übermittelt. Verdachtsanzeigen werden basierend auf IP-Adressen an zuständige polizeiliche Stellen weitergeleitet.
Im Falle eines entdeckten Missbrauchsfalls nimmt das BKA unverzüglich eigene Ermittlungen auf. In schwerwiegenden Fällen führt das BKA die Ermittlungen im Auftrag der Staatsanwaltschaft durch und arbeitet in anderen Fällen mit den Landesbehörden zusammen. Diese hohe Sorgfalt ist notwendig, um potenziellen Missbrauch schnell zu erkennen und die verantwortlichen Täter zu verfolgen.
Zusammenfassend zeigt dieser umfassende Polizeieinsatz die Ernsthaftigkeit und das Engagement der internationalen Gemeinschaft im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen. Der Fall „KidFlix“ ist ein eindrückliches Beispiel für den Erfolg dieser Bemühungen.
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