Dänemark macht Schluss: Letzte Briefkästen verschwinden 2026!
Dänemark stellt 2026 die Briefzustellung ein und entfernt alle Briefkästen. PostNord fokussiert sich auf Paketzustellungen.

Dänemark macht Schluss: Letzte Briefkästen verschwinden 2026!
Die Digitalisierung verändert die Landschaft der Postkommunikation in Dänemark grundlegend. Heute, am 1. Januar 2026, hat das skandinavische Land den letzten Schritt in Richtung vollkommene digitale Kommunikation vollzogen, indem es alle öffentlichen Briefkästen entfernt. Der Verkauf von Briefmarken wurde bereits eingestellt. Weitere Sendungen werden nur noch bis zum Jahreswechsel ausgeliefert. Dieser Rückzug aus dem klassischen Briefwesen ist für internationale Postorganisationen ein ungewöhnlicher Schritt, der die Entwicklungen im Bereich der Kommunikation verdeutlicht. Laut exxpress ist das Briefaufkommen in Dänemark seit Beginn der 2000er-Jahre um mehr als 90 % gesunken. Kommunikation mit Behörden, Rechnungen und private Mitteilungen erfolgen fast ausschließlich digital.
Der dänische Postdienst, PostNord, zieht sich aus wirtschaftlichen Gründen aus dem Briefgeschäft zurück. Die sinkenden Sendungsmengen führen zu einer defizitären Zustellung. Künftig wird sich PostNord auf das boomende Paketgeschäft konzentrieren, das durch den ansteigenden Onlinehandel unterstützt wird. Ziel des Unternehmens ist es, der führende Paketdienst in Dänemark zu werden. Bereits im Frühjahr 2025 wurden Abbau von rund 1.500 Arbeitsplätzen angekündigt, doch öffentliche Proteste gegen diese Maßnahmen blieben bisher aus.
Wenig Veränderung für die Mehrheit der Bevölkerung
Für die Mehrheit der dänischen Bevölkerung ändert sich durch die Abschaffung der Briefkästen wenig, da der Austausch mit Behörden größtenteils digital erfolgt. Dennoch gibt es eine Ausnahme: Rund 300.000 Menschen, insbesondere ältere Bewohner ländlicher Regionen, sind von der digitalen Postpflicht befreit und benötigen weiterhin Zugang zu physischen Briefen. Der Wandel, den Dänemark vollzieht, schlägt gleichzeitig eine Brücke zu ähnlichen Entwicklungen in anderen Ländern.
Auch in Deutschland sind Briefkästen und Postfilialen zunehmend rar geworden. Eine Umfrage aus November 2024 zeigt, dass jeder elfte Bundesbürger im letzten Jahr keinen Brief versendet hat. Lediglich 3% der Befragten gaben an, mehr als 50 Briefe jährlich zu verschicken. Die Deutsche Post hat einen Marktanteil von 87% im Bereich der Briefzustellung, doch auch hier ist der Rückgang der Briefsendungen spürbar. Seit 2011 ist die Anzahl der versendeten Briefe um rund ein Drittel gesunken, während die Paketversendung kontinuierlich ansteigt. 2024 wurden rund 4 Milliarden Pakete verschickt.
Ein neues Postgesetz, das seit Januar 2024 in Kraft ist, legt fest, dass Briefe innerhalb von drei Werktagen zugestellt werden müssen. Während 43% der Befragten dies als akzeptabel erachten, bleibt die Diskussion über die Digitalisierung der Postkommunikation weiterhin relevant. Trotz der Änderungen in der Postlandschaft wird die Deutsche Post voraussichtlich auch in Zukunft Briefe zustellen, jedoch wird sich die Art der Zustellung verändern, um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden. Die Entwicklung in Dänemark könnte dabei als wegweisendes Beispiel für andere Länder dienen, die sich ebenfalls in einem ähnlichen Transformationsprozess befinden, wie Spiegel berichtet.
Zusammenfassend ist die vollständige Digitalisierung der Postdienste in Dänemark ein deutliches Signal für die Zukunft der Kommunikation. Die Anpassung an digitale Medien könnte als Vorbild für andere Nationen dienen, die ebenfalls die Herausforderungen der modernen Kommunikation bewältigen müssen, um relevant zu bleiben, so Deutschlandfunk.