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In Mannheim steht eine grundlegende Veränderung im Heizungssektor bevor: Das Gasnetz soll bis 2035 stillgelegt werden. Dies hat weitreichende Konsequenzen für die Heiztechnik und die Akteure auf dem Markt. Norbert Ufer, ein erfahrener Heizungsbauer, der seit Jahrzehnten Heizungen installiert, muss sich mit seiner Firma neu orientieren. Aktuell heizt er mit Gas und lebt mit seiner Familie in der Mannheimer Gartenstadt.
Die bevorstehende Umstellung auf CO2-freie Wärmeerzeugung ist Teil eines größeren Plans zur Erreichung der Klimaziele von EU, Bund, Land und Kommune. Der Wärmesektor spielt dabei eine entscheidende Rolle im Kampf gegen den globalen Klimawandel. MVV hat das sogenannte Mannheimer Modell entwickelt, das darauf abzielt, bis 2035 klimapositive Ergebnisse zu erzielen. Zu den Zielen gehört auch, die Fernwärme in Mannheim bis 2030 vollständig zu vergrünen und etwa 10.000 neue Gebäude anzuschließen, wie MVV berichtet.
Die Herausforderungen der Wärmewende
MVV empfiehlt ihren Kunden, auf alternative Heizformen umzusteigen, da fossil betriebene Gasheizungen als nicht nachhaltig angesehen werden. Ab 2035 wird MVV keine Produkte und Dienstleistungen auf fossiler Basis mehr anbieten. Die EU-Gasbinnenmarktrichtlinie, die ab August 2024 in Kraft tritt, verpflichtet Gasverteilnetzbetreiber zur Erstellung von Stilllegungsplänen. MVV informiert die Bürger frühzeitig darüber, dass ein Umstieg auf CO2-freie Wärmeerzeugung notwendig ist. Darüber hinaus erwarten Experten steigende Gaspreise aufgrund höherer CO2-Preise.
Biomethan und Wasserstoff gelten für Privathaushalte jedoch nicht als praktikable Alternativen. Zudem werden die Entgelte der Netzbetreiber ansteigen, da weniger Kunden das Gasnetz nutzen. Der kommunale Wärmeplan, der am 12. März 2024 beschlossen wurde, empfiehlt Fernwärme und Wärmepumpen als vorrangige Heizungsformen. MVV bietet umfassende Beratung zu Planung, Installation, Förderung und Finanzierung an.
In diesem Kontext veranstaltet MVV regelmäßig Bürgerinformations-Veranstaltungen zur Wärmewende, um die Bevölkerung über die Veränderungen zu informieren und Förder- sowie Finanzierungsmöglichkeiten für den Heizungstausch, einschließlich KfW-Förderung und kommunaler Förderung, bekannt zu machen. Auch Geschäftskunden, die an das Gas-Hochdrucknetz angeschlossen sind, erhalten individuelle Beratung zu alternativen Lösungen, wobei Wasserstoff als eine Option betrachtet wird, wie die Rheinpfalz berichtet.
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