
Der 500-Euro-Schein, über zwei Jahrzehnte hinweg das wertvollste Druckerzeugnis der Europäischen Union, hat in den vergangenen Jahren rasante Veränderungen erlebt. Seit 2019 wird die Banknote nicht mehr produziert, doch sein Bestand im Umlauf ist nach wie vor erheblich. Aktuell sind rund 509 Millionen 500-Euro-Scheine mit einem Gesamtwert von etwa 254,6 Milliarden Euro im Einsatz, wie finanzenfreak.de berichtet.
Die Entscheidung zur Abschaffung des Scheins wurde 2016 von der Europäischen Zentralbank (EZB) getroffen. Ein Grund für diese Maßnahme waren häufige Fälschungen und die Verwendung der Scheine für illegale Geschäfte, wie Geldwäsche. Trotz dieser Entscheidung bleibt der 500-Euro-Schein aktuell gültig. Besitzer können weiterhin damit im Euro-Raum bezahlen, wenn Händler dies akzeptieren.
Umtauschoptionen und Wert des Bargeldes
Die Nationalbank bietet einen kostenlosen Umtausch von 500-Euro-Scheinen in kleinere Scheine ohne festgelegtes Ablaufdatum an. Dieser Schritt soll die Nutzung dieser Banknote erleichtern und ihre Gültigkeit sichern. Während die Zahl der tatsächlich genutzten Scheine gering ist – nur 30 Prozent der 500-Euro-Scheine werden aktiv für Zahlungen verwendet, der Rest wird gehortet – wird der Schein auch weiterhin als legales Zahlungsmittel akzeptiert. Laut oe24.at ergeben 22,4 Kilogramm 500-Euro-Scheine einen Wert von 10 Millionen Euro, während dies bei 100-Euro-Scheinen das zehnfache Gewicht erfordert.
Trotz der Bedenken um die Nutzung von Bargeld bleibt es für viele Bundesbürger unverzichtbar. Eine Umfrage zeigt, dass über die Hälfte der Deutschen nicht auf Bargeld verzichten möchte. Bargeld wird besonders bei kleinen Beträgen häufig genutzt und bleibt somit ein wichtiges Zahlungsmittel in Deutschland.
Die Zukunft des Bargeldes
In einer Studie der Bundesbank wird die zukünftige Nutzung von Bargeld bis 2037 betrachtet. Diese Studie skizziert drei mögliche Szenarien für den Bargeldgebrauch. Im ersten Szenario, der „hyperdigitalen Bezahlwelt“, verschwindet Bargeld fast vollständig, während im zweiten, der „Bargeld-Renaissance“, eine Rückbesinnung auf Bargeld aufgrund von Krisenerfahrungen stattfindet. Das dritte Szenario beschreibt eine „verschwindende hybride Bezahlwelt“, in der die Bargeldnutzung stark von individuellen Lebensumständen abhängt.
Schlüsselfaktoren für die zukünftige Entwicklung sind die Bargeldakzeptanz und der Zugang zu Bargeld. Laut der Bundesbank möchten 93 Prozent der Befragten auch in Zukunft selbst entscheiden können, ob sie bar oder unbar bezahlen. Die Bundesbank plant, ihr Filialnetz zu stärken und die Zusammenarbeit mit Bargeldakteuren zu intensivieren, um den Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden, während die Nachfrage nach bargeldlosen Zahlungsmethoden, insbesondere in der Coronakrise, weiter wächst.
Die Abschaffung des 500-Euro-Scheins könnte als erster Schritt hin zu einer vollständigen Digitalisierung des Zahlungsverkehrs interpretiert werden. Kritiker befürchten jedoch, dass dies den Zugang zu Bargeld weiter einschränken könnte. In einem internationalen Vergleich hat die 500-Euro-Note den höchsten Wert – in den USA liegt der Höchstwert bei 100 Dollar.
Insgesamt wird die Rolle des Bargeldes in der Gesellschaft weiterhin kritisch hinterfragt, während die Bedeutung digitaler Zahlungsmethoden steigt. Die EZB unterstützt weiterhin die 200- und 100-Euro-Scheine als Teil einer diversifizierten Bargeldpolitik.
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