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Die renommierte österreichische Comiczeichnerin Ulli Lust präsentiert mit ihrem neuen Werk "Die Frau als Mensch. Band 1: Am Anfang der Geschichte" einen bemerkenswerten Sachcomic, der sich mit der Frühgeschichte auseinandersetzt. Lust, bekannt für ihre vielgepriesenen Comics wie "Heute ist der letzte Tag vom Rest deines Lebens", hat sich intensiv mit der Kunst und den sozialen Strukturen der Menschen vor tausenden von Jahren beschäftigt. Dieses neueste Werk ist das Resultat jahrelanger Recherche, in der Lust den Wandel in der Sichtweise auf frühe Gesellschaften thematisiert und auf die Rolle der Frauen in dieser Zeit eingeht, wie Kleine Zeitung berichtet.
Mit fast 250 Seiten voll eindrucksvoller Zeichnungen und tiefgreifenden Informationen zeichnet Lust ein Bild einer Gesellschaft, in der das Frausein eine bedeutende Rolle spielte. Ihre Erkenntnisse widersprechen gängigen Klischees über Frauen in der Steinzeit: "Es sind immer Frauen, die alleine stehen, relativ souverän wirken, selbstbewusst und in sich ruhend", erklärt sie. Dieser Paradigmenwechsel spiegelt sich nicht nur in Lusts Narration wider, sondern auch in der wissenschaftlichen Diskussion über die weitgehend unbekannten sozialen Dynamiken der frühen Menschen, die oftmals nur durch die Linse männlicher Dominanz betrachtet wurden, so Berliner.de.
Der Comic zielt darauf ab, ein egalitäres Gesellschaftsmodell der Frühzeit darzustellen und dabei Einblicke in die Differenziertheit menschlicher Beziehungen zu geben. Lust betont, dass das Überleben nicht durch Aggression, sondern durch Empathie und Fürsorge geprägt war: "Wir sind hypersoziale Wesen." Dieser Ansatz steht im Kontrast zu heutigen gesellschaftlichen Herausforderungen und ermutigt dazu, die Stärke von Fürsorge in den Vordergrund zu rücken. Ihre Arbeit handelt nicht nur von der Vergangenheit, sondern nimmt auch Bezug auf gegenwärtige Themen und die dringende Notwendigkeit, den Gedanken des Teilens und des gemeinsamen Lebensstils neu zu bewerten.
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