Österreichs Pensionssystem am Abgrund: Dringender Reformbedarf!
Österreich steht vor finanziellen Herausforderungen im Pensionssystem. Expert:innen warnen vor steigenden Belastungen und fordern Reformen.

Österreichs Pensionssystem am Abgrund: Dringender Reformbedarf!
Das Mittelfristgutachten der Alterssicherungskommission deutet darauf hin, dass Österreich auf eine finanzielle Wand beim Thema Pensionen zusteuert. Die aktuellen Zahlen zeigen, dass die Zuschüsse des Bundes zur gesetzlichen Pensionsversicherung bis 2030 über 4 % des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen werden. Ein besorgniserregender Trend, wenn man bedenkt, dass dieser Anteil bei Beamtenpensionen sogar bei bereits 7,25 % liegt und weiterhin ansteigt. Die Aktion Generationengerechtigkeit hebt seit Jahren die zunehmende Belastung des Pensionssystems hervor.
Besonders alarmierend ist, dass bis 2030 die Zahl der Pensionistinnen und Pensionisten um etwa 120.000 ansteigen wird. Obwohl der demografische Druck durch die Anhebung des Frauenpensionsalters etwas gemildert wird, wird für die Dekade zwischen 2030 und 2040 ein weiterer Anstieg der über 65-Jährigen um 330.000 Personen prognostiziert. Diese Entwicklung bringt zusätzliche Kosten in Höhe von 7,2 Milliarden Euro mit sich.
Alarmierende Finanzprognosen
Experten warnen, dass bei gleichbleibender Entwicklung die Finanzierungslücke in den nächsten zehn Jahren um bis zu 20 Milliarden Euro steigen könnte, basierend auf Preisen von 2030. Georg Feith, Obmann der Aktion Generationengerechtigkeit, fordert daher sofortige Reformen, um einer möglichen Krise zuvorzukommen. Heike Lehner, Generalsekretärin der Aktion, betont zudem die Dringlichkeit für eine echte Pensionsreform.
Die Forderungen der Aktion Generationengerechtigkeit umfassen eine Erhöhung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters, gekoppelt an die Lebenserwartung, sowie eine Stärkung der zweiten Säule der betrieblichen Altersvorsorge. Darüber hinaus wird eine Rücknahme der außerordentlichen Pensionserhöhungen der letzten zehn Jahre gefordert sowie eine langfristige Budgetdisziplin, die Pensionserhöhungen an die Lohnentwicklung orientiert.
Die Rolle von Informationen und Studien
Vertiefende Einblicke in das österreichische Pensionssystem bieten verschiedene Berichte und Studien, wie sie unter anderem vom Sozialministerium zusammengestellt werden. Die Broschüre „Das Pensionssystem in Österreich 2025“ gibt einen Überblick über die gesetzlichen Pensionsversicherungen, Versicherungszeiten und Pensionsleistungen, mit einem besonderen Augenmerk auf Frauen. Auch Berichte zum Thema Pensionsneuzugänge und deren Entwicklung auf dem Markt bieten wertvolle Erkenntnisse.
Ein umfassendes Monitoring der Pensionsantritte in den Jahren 2019 bis 2024 wird durchgeführt, um Trends im Pensionsverhalten und Pensionsantrittsalter zu analysieren. Die Berichte stehen auf der Website des Sozialministeriums zur Verfügung und bieten eine wichtige Grundlage für die politische Diskussion hinsichtlich der notwendigen Reformen im Pensionssystem.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Österreich sich einer grundlegenden Herausforderung im Pensionsbereich gegenüber sieht. Um eine finanzielle Katastrophe abzuwenden, sind schnelles Handeln und umfassende Reformen unumgänglich, bevor es für präventive Maßnahmen zu spät ist.