Am Samstag, dem 17. Jänner, fand im Bildungshaus Osttirol ein Planspiel mit dem Titel „Fremd sein“ statt, das sich mit den komplexen Abläufen eines Asylverfahrens auseinandersetzte. Die Veranstaltung, die von 9 bis 13 Uhr auf die Beine gestellt wurde, konnte 18 Teilnehmer:innen begeistern, die in verschiedene Rollen für ein fiktives Asyl-Erstaufnahmeverfahren in „Meinland“ schlüpften. Diese innovative Methode, die in den letzten zehn Jahren von Maria Marksteiner mehrfach im In- und Ausland durchgeführt wurde, zielt darauf ab, die emotionalen und praktischen Herausforderungen Asylsuchender und der involvierten Behörden darzustellen.
Die Projektgruppe „Begegnungsraum Osttirol“ organisierte das Planspiel im Rahmen des Schwerpunkts Vielfalt, gefördert durch das Erasmus+-Programm. Dieses Event markierte die Premiere dieses Konzepts in Osttirol, welches darauf abzielt, ein vertieftes Verständnis für die europäische Asyl- und Flüchtlingspolitik zu generieren, wie auch die Bundeszentrale für politische Bildung in ihrem Angebot hervorhebt.
Asylverfahren erleben
Im Zach-Planspiel erhielten die Teilnehmer:innen spezifische Rollen. Während die Mehrheit als Asylsuchende agierte, befanden sich andere Teilnehmer:innen in der Rolle von Polizeibeamten oder Sozialarbeitern. Fünf Teilnehmer:innen übernahmen sogar Doppelrollen, indem sie zunächst als Politiker funktionierten und später in die Position von Richtern oder Rechtsanwälten wechselten. Die Asylsuchenden konnten detaillierte Zettel mit ihren Namen, Alter und Fluchtgeschichten einsehen, während die Politiker mit umfangreichen Materialien versorgt wurden, um Asylgesetze zu entwickeln.
Die Simulation vermittelte eindrucksvoll, wie Asylsuchende in einen separaten Raum gebracht wurden. Dort unterstützten Sozialarbeiter sie beim Ausfüllen von Anträgen und versuchten, ihnen eine positive Atmosphäre zu bieten, in der sie trotz der herausfordernden Situation einen Lichtblick finden konnten. Gleichzeitig mussten Polizist:innen den Asylsuchenden Fragen zu ihrer Fluchtroute und der Finanzierung ihrer Reise stellen. Diese Abläufe führten zu deutlichen emotionalen Reaktionen unter den Teilnehmenden.
Diskussion und Reflexion
Nach dem Verfahren wurde eine Reflexion über die gewonnenen Erfahrungen abgehalten. Insbesondere die unterschiedlichen Perspektiven der Teilnehmer:innen traten in den Vordergrund: Politiker berichteten von erheblichem Stress und Zeitdruck, während die Asylsuchenden häufig in ihrer Rolle auf das Warten reduziert waren. Diese emotionale Diskrepanz zeigte sich auch in den Geschichten, die während des Realitätsabgleichs von geflüchteten Personen erzählt wurden.
Einen weiteren wertvollen Aspekt der Weiterbildung stellt das Angebot der Bundeszentrale für politische Bildung dar. Die Inhalte dieses Programms umfassen Basiswissen zu Flucht und Asyl sowie einen Überblick über globale Fluchtbewegungen, die für die Zielgruppe, insbesondere Jugendliche, von Bedeutung sind. Es bietet eine anschauliche Aufbereitung durch persönliche Geschichten und Comics, die die Thematik greifbar machen.
Das erfolgreiche Planspiel „Fremd sein“ verdeutlicht nicht nur die Komplexität des Asylverfahrens, sondern auch die Notwendigkeit, ein empathisches Verständnis für die Herausforderungen der Asylsuchenden zu entwickeln. Diese Erfahrungen können durch die Einbindung weiterer Bildungsformate, wie sie etwa von Valentum Kommunikation angeboten werden, ergänzt werden, um das Bewusstsein und das Interesse an der europäischen Asyl- und Flüchtlingspolitik zu fördern.
Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich über die Verfügbarkeit und Durchführung von Planspielen bei Valentum Kommunikation zu informieren oder über die Plattformen der Bundeszentrale für politische Bildung weiteres Wissen zu vertiefen.