Der US-Präsident Donald Trump bemerkte: „Ich hatte immer eine sehr gute Beziehung zu Wladimir Putin aus Russland, aber irgendetwas ist mit ihm passiert“, als er auf die intensiven russischen Drohnen- und Raketenangriffe auf die Ukraine am vergangenen Wochenende reagierte.

Trumps Beziehung zu Putin im Wandel?

Es stellt sich die Frage, ob Trump sich verändert hat oder ob sich zumindest seine Einstellung gegenüber Putin gewandelt hat, da die Bemühungen der USA, Frieden in Ukrain zu schaffen, zunehmend vergeblich erscheinen. Trump hatte einst damit geprahlt, er könnte dies rasch erreichen.

Macron sieht Veränderungen

Emmanuel Macron, der französische Präsident, ist sich sicher, dass eine mentale Wende stattgefunden hat. Er teilte Journalisten in Vietnam mit, dass Trumps jüngste Rückmeldung an seinen russischen Amtskollegen, diese als „absolut verrückt“ zu bezeichnen, bedeutet, dass der US-Präsident erkannt hat, dass Putin in Bezug auf den Krieg in der Ukraine „gelogen“ hat. Er äußerte die Hoffnung, dass Trumps Worte in Taten umgesetzt werden.

Trumps wiederholte Kritik

Die Faktenlage spricht jedoch eine andere Sprache. Dies ist bereits das sechste Mal in dieser Amtszeit, dass Trump, der stets betont, eine starke Beziehung zu Putin zu haben, öffentlich seinen Unmut oder seine Verärgerung über den Kreml-Chef äußert. Im März gab Trump zu, er sei „verärgert“ über Putin gewesen, weil dieser sich weigerte, einem 30-tägigen Waffenstillstand zuzustimmen.

Im April forderte Trump: „Wladimir, hör auf!“, nach einem russischen Raketenangriff auf Kiew, bei dem ein Dutzend Menschen starben. Später fragte er sich: „Vielleicht will er den Krieg gar nicht beenden und zieht mich nur hinters Licht.“

Wirtschaftliche Maßnahmen und Sanktionen

Trumps Tadel ging meist mit persönlichen Enttäuschungen und Androhungen von möglichen Vergeltungsmaßnahmen einher – wie beispielsweise sekundären Zöllen auf „alles Öl, das aus Russland kommt“ oder nicht näher benannten „weiteren Sanktionen“. Auf die Frage, ob er nun erhöhte Sanktionen gegen Russland in Betracht ziehen würde, antwortete Trump: „Absolut.“

Bisher gab es jedoch keine echten Anzeichen dafür, dass Trump bereit ist, den erheblichen wirtschaftlichen Einfluss, den er hat, zu nutzen, um den Kreml dazu zu bringen, seine harte Haltung zu überdenken.

US-Senat ergreift Maßnahmen

Im US-Senat hingegen wurde ein parteiübergreifender Gesetzentwurf eingebracht, der es Russland erschweren soll, seinen Krieg zu finanzieren. Der Gesetzesentwurf, der nun von 81 Senatoren unterstützt wird, sieht nicht nur direkte Sanktionen gegen Russland vor, sondern auch sekundäre Sanktionen, wie einen massiven Zoll von 500 % auf Länder, die russische Energie importieren.

Diese Maßnahmen, die eine bereits fragile und ölabhängige russische Wirtschaft erheblich belasten würden, sind äußerst umstritten, da sie auch China, Indien und die Europäische Union, die alle weiterhin bedeutende russische Energiekonsumenten sind, bestrafen würden.

Die Unsicherheit über Trumps Kurs

Es ist natürlich möglich, dass Trump jetzt seine Unterstützung für den Gesetzentwurf oder eine abgeschwächte Version davon einbringt. Doch das wäre ein drastischer Kurswechsel, angesichts seiner bisherigen Zurückhaltung, den Kreml wirklich zu konfrontieren und zu bestrafen.

Wahrscheinlicher ist, dass die jüngste Eskalation der Gewalt in der Ukraine den bereits frustrierten US-Präsidenten weiter überzeugt, dass er einfach nicht in der Lage ist, die kriegführenden Parteien zeitnah zusammenzubringen. Inmitten all seiner Wut und Drohungen gegen Putin könnte Trump sich letztendlich entscheiden, sich zurückzuziehen.