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Schwangerschaftsprämie in Orjol: 100.000 Rubel für Schülerinnen!

In der russischen Region Orjol erhalten Schülerinnen eine finanzielle Unterstützung in Höhe von 100.000 Rubel, was etwa 1.089 Euro entspricht, wenn sie ihre Schwangerschaft registrieren. Diese Maßnahme ist Teil einer breiteren Strategie der Regierung zur Bekämpfung des Bevölkerungsschwunds in Russland. Der Erlass über diese Schwangerschaftsprämie wurde von Gouverneur Andrej Klytschkow ausgegeben und im unabhängigen Internetportal „Meduza“ veröffentlicht.

Die Prämie gilt nicht nur für Schülerin, sondern auch für Studentinnen und wurde im Dezember 2024 um die Altersgruppen an allgemeinen und Berufsschulen erweitert. Interessanterweise gibt es dabei keine Altersgrenze, was bedeutet, dass auch sehr junge Mädchen, die in Russland üblicherweise im Alter von sechs bis sieben Jahren mit der Schule beginnen, für diese finanzielle Unterstützung in Frage kommen.

Hintergrund der Maßnahme

Der demografische Druck auf Russland ist enorm. Offiziellen Angaben zufolge hat das Land etwa 146 Millionen Einwohner. Unabhängige Experten schätzen jedoch, dass die tatsächliche Zahl niedriger sein könnte. Die Geburtenrate in Russland ist rückläufig, was die Notwendigkeit solcher Initiativen verdeutlicht. Kremlchef Wladimir Putin hat bereits verschiedene programme zur Förderung von Großfamilien und weiteren Maßnahmen initiiert, um den Bevölkerungsschwund zu stoppen.

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Gesundheitsminister Michail Muraschko hat die Frauen zudem dazu angehalten, frühzeitig Kinder zu bekommen, bevor sie sich auf ihre Ausbildung und Karriere konzentrieren. Diese Ansichten wurden durch ein umstrittenes Gesetz unterstützt, das veröffentlichtes Werben für den Verzicht auf Kinder unter Strafe stellt, mit Ausnahmen für Nonnen der russisch-orthodoxen Kirche.

Demografische Krise im europäischen Kontext

Der Druck auf die russische Bevölkerungspolitik wird nicht nur durch interne Faktoren verursacht, sondern auch durch äußere Herausforderungen, darunter der anhaltende Ukraine-Konflikt und die internationalen Sanktionen, die sich negativ auf die Wirtschaft auswirken. Die Migrationspolitik Russlands muss sich ebenfalls mit dem Thema illegale Migration auseinandersetzen. Schätzungen zufolge leben im Land zwischen 630.000 und 3-4 Millionen illegale Migranten, die nur eingeschränkten Zugang zu Dienstleistungen haben.

Um der demografischen Krise Herr zu werden, hat die russische Regierung verschiedene Förderprogramme ins Leben gerufen, darunter auch solche zur Rückwanderung von Russen und zur Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte, insbesondere aus ehemaligen Sowjetstaaten. In diesem Kontext werden Rückreisehilfen für Rückkehrer aus dem Ausland diskutiert und verschiedene Anreize zur Förderung der Geburtenrate vorgeschlagen, wobei jedoch auch härtere Maßnahmen gegen kinderlose Familien in Betracht gezogen werden.

Diese Bemühungen, die Geburtenrate zu steigern und die demografischen Herausforderungen anzugehen, spiegeln die Besorgnis des Kremls wider, insbesondere in Anbetracht seiner wirtschaftlichen und militärischen Bedürfnisse. Um der inneren Unruhe entgegenzuwirken, könnte die Regierung versuchen, demografische Themen stärker zu betonen, um von anderen Misserfolgen abzulenken.

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Orjol, Russland
Beste Referenz
kosmo.at
Weitere Quellen
sueddeutsche.de

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