Die aktuelle Klimakonferenz, die in Belém stattfindet, hat eine Schlüsselrolle für Deutschland und Gambia, da wichtige Verhandlungen zur Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels auf der Tagesordnung stehen. In den Klimaverhandlungen sollen Indikatoren festgelegt werden, um die Anpassungsnotwendigkeiten der Länder zu messen. Wichtige Indikatoren umfassen Veränderungen in der Verfügbarkeit von Lebensmitteln, die Verbreitung von durch den Klimawandel häufigeren Krankheiten sowie die Anzahl der hitzebedingten Todesfälle. Ein kürzlich veröffentlichter UNO-Report zur sogenannten „Anpassungslücke“ zeigt, dass Entwicklungsländer bis 2035 jährlich mindestens 310 Milliarden US-Dollar benötigen, um sich effektiv an die Erderwärmung anzupassen. Diese Summe entspricht dem Zwölffachen der derzeitigen internationalen öffentlichen Finanzmittel, was den enormen Handlungsbedarf verdeutlicht. Angeboten werden derzeit Diskussionen zur Aufstockung der Mittel für Anpassung, die reiche Länder den ärmeren zahlen sollen.

Die Verhandlungen fokussieren sich zudem auf notwendige Maßnahmen zur Anpassung, zu denen der Bau von Staudämmen und die Umgestaltung der Landwirtschaft gehören, um häufigere und intensivere Dürren erfolgreich bewältigen zu können. Es wird eine Verdreifachung der bisherigen finanziellen Zusagen diskutiert, um dem enormen Bedarf gerecht zu werden. In diesem Kontext übernehmen Delegationsführer einzelner Länder Verantwortung für spezielle Verhandlungsstränge. Ägypten und Spanien sind für die Verhandlungen zur Verringerung klimaschädlicher Emissionen zuständig, während Kenia und Großbritannien die Verantwortung für die finanziellen Aspekte übernommen haben, die als besonders umstritten gelten.

Deutsche Anpassungsstrategie

Im Zusammenhang mit den globalen Herausforderungen hat die Bundesregierung auch die Deutsche Anpassungsstrategie an den Klimawandel 2024 (DAS 2024) ins Leben gerufen. Diese enthält erstmalig messbare Ziele der Klimaanpassung, gegliedert in sieben Cluster: Infrastruktur, Land und Landnutzung, menschliche Gesundheit und Pflege, Stadtentwicklung und Raumplanung, Bevölkerungsschutz, Wasser sowie Wirtschaft und übergreifende Themen. Die Strategie erfüllt eine Verpflichtung aus dem Bundes-Klimaanpassungsgesetz und wird vom Umweltbundesamt beratend unterstützt, das auch den Strategieprozess begleitet.

Die Klimawirkungs- und Risikoanalyse 2021 identifiziert dringenden Handlungsbedarf und verweist darauf, dass das Jahr 2023 das wärmste Jahr in Deutschland seit Beginn der Messungen 1881 war. Seit 1881 hat sich die mittlere Lufttemperatur in Deutschland um 1,8 °C erhöht, was zu extremen Wetterereignissen wie Hitzewellen, Dürreperioden, Starkregen und Hochwasser geführt hat. Um Fortschritte bei der Zielerreichung der DAS 2024 zu messen, wurde ein DAS-Monitoringsystem ins Leben gerufen, das auf bis zu 100 Indikatoren zurückgreift, um den wachsenden Herausforderungen durch den Klimawandel zu begegnen.

Herausforderungen und Empfehlungen

Der Dialog KlimaAnpassung, der Fachleute und Bürger involviert, hat Empfehlungen hervorgebracht, die den verantwortlichen Bundesministerien zur Prüfung vorgelegt wurden. Die Umsetzung klimaangepasster Maßnahmen erfordert eine enge Zusammenarbeit zwischen Bund, Ländern, Kommunen und gesellschaftlichen Akteuren. Dies wird als essentiell betrachtet, um die messbaren Ziele der Klimaanpassung zügig zu erreichen und die Risiken für die Ökosysteme, die menschliche Gesundheit sowie die Infrastrukturen in Deutschland zu minimieren.

Der Europäische Rechnungshof empfiehlt zudem eine Verbesserung der Berichterstattung über die Anpassung an den Klimawandel, während das Umweltbundesamt das BMUV bei der Berichterstattung nach EU-Regelungen und der UNFCCC unterstützt. Zukünftige Klimarisikoanalysen und Monitoringberichte sollen darüber hinaus helfen, den Fortschritt zu bewerten und notwendige Anpassungen in der Strategie vorzunehmen.