In Rovereto, nahe Trient in Italien, arbeitet das Unternehmen GES (Green Energy Storage) an einem innovativen Konzept im Bereich der Energiespeicherung. Die neu entwickelte Wasserstoff-Mangan-Flussbatterie soll nach Plan im Jahr 2027 marktreif sein. Dieses System bietet zahlreiche Vorteile, darunter eine beeindruckende Lebensdauer von bis zu 10.000 Vollzyklen und einen Wirkungsgrad von 75 %.
Die Struktur der Flussbatterie besteht aus drei Behältern: zwei äußere Tanks, die unterschiedliche Flüssigkeiten enthalten, und einem mittleren Behälter, der für den Ionen-Austausch verantwortlich ist. Die primären Materialien, die für den Betrieb benötigt werden, sind eine patentierte Manganflüssigkeit und Wasserstoff (H2). Dabei ist die Verfügbarkeit dieser Materialien als kostengünstig und unabhängig von regionalen Gegebenheiten einzustufen. Die Kosten für die Stromspeicherung, bekannt als Levelized Cost of Storage (LCOS), setzen sich aus verschiedenen Bestandteilen zusammen, darunter das Kapital der Gesamtanlage, Betrieb und Wartung sowie der Verlust von Wirkungsgrad.
Skalierbarkeit und Marktchancen
Die geplante Skalierbarkeit der Wasserstoff-Mangan-Flussbatterie liegt im Megawatt-Bereich, was sie für industrielle Anwendungen interessant macht. Zukünftige Entwicklungen im Bereich der Wasserstofftechnologien könnten auch neue Wertschöpfungs- und Exportchancen für die europäische Wirtschaft schaffen. Es ist davon auszugehen, dass Deutschland mit seiner ambitionierten Strategie zur Förderung von Wasserstofftechnologien eine Schlüsselrolle in diesem Markt einnehmen will.
Der Markthochlauf von Wasserstofftechnologien ist essenziell für das Erreichen globaler Klimaschutzziele und könnte sowohl nationale als auch internationale Märkte positiv beeinflussen. Diese Technologien bieten nicht nur eine nachhaltige Alternative zu fossilen und nuklearen Energiequellen, sondern können auch zur Dekarbonisierung in anderen Regionen der Welt beitragen. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist der Aufbau einer qualifizierten Zulieferindustrie für die Massenfertigung von Wasserstoffsystemen, wie etwa Elektrolyseuren und Brennstoffzellen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.
Die Rolle von Wasserstofftechnologien
Wasserstofftechnologien nutzen Wasserstoff als Energieträger, wobei die Bereiche Produktion, Speicherung und Nutzung entscheidend sind. Diese Technologien sind nicht nur für Deutschland von Bedeutung, das anstrebt, internationaler Vorreiter zu werden, sondern auch für andere Länder, die auf dem Weg zu nachhaltiger Energieversorgung sind. Um die nationalen Wertschöpfungspotenziale zu sichern, arbeiten Industrie und Forschungspartner eng zusammen, um nachhaltige Lösungen für Wasserstoffsystemkomponenten zu entwickeln.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Wasserstoff-Mangan-Flussbatterie von GES ein vielversprechendes Beispiel für die Innovationskraft im Bereich der erneuerbaren Energien darstellt. Mit ihrer hohen Lebensdauer und Effizienz könnte sie eine Schlüsselrolle in der zukünftigen Energieinfrastruktur spielen.