Die Regierungsspitze Österreichs wird sich in der kommenden Woche zu einer zweitägigen Arbeitstagung in Mauerbach treffen. An diesem bedeutenden Treffen werden Kanzler Christian Stocker (ÖVP), Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ), Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) sowie Regierungskoordinatoren und Klubobleute der drei Regierungsparteien teilnehmen. Die Agenda umfasst wesentliche Themen, die für die Zukunft des österreichischen Wirtschaftsstandortes von Bedeutung sind. Dazu zählen der Kampf gegen die Inflation, die Stärkung der Wirtschaft und Maßnahmen im Bereich Migration. Im Anschluss an das Treffen wird am Mittwoch der wöchentliche Ministerrat im Bundeskanzleramt stattfinden, bei dem die Ergebnisse der Klausur im Pressefoyer präsentiert werden, wie kleinezeitung.at berichtet.

Im Kontext der wirtschaftlichen Herausforderungen in Europa reizt die Erwartung eines langsamen Wachstums auch die Bundesregierung in Deutschland an. Bundeskanzler Friedrich Merz strebt an, das mittelfristige Wirtschaftswachstum auf mindestens zwei Prozent zu steigern. Der Druck auf die deutsche Wirtschaft ist nicht zu unterschätzen; zuletzt verzeichnete Deutschland einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent, während andere Volkswirtschaften wie die USA und China deutlich wuchsen. Merz hebt hervor, dass die Herausforderungen wie hohe Energiepreise und eine steigende Konkurrenz nicht ignoriert werden können. Ökonomen sind jedoch skeptisch und halten das angestrebte Wachstum für unrealistisch. Sie verweisen auf hausgemachte Probleme wie marode Infrastruktur und schleppende Digitalisierung, die das Wachstum stark bremsen, wie tagesschau.de berichtet.

Wirtschaftliche Anzeichen in Deutschland

Trotz der kritischen Lage gibt es Anzeichen für eine Stabilisierung innerhalb der deutschen Wirtschaft. So stieg die Industrieproduktion im Oktober um 1,8 Prozent im Vormonatsvergleich, was auf eine Erholung in den produzierenden Gewerben hinweist. Insbesondere die Bauwirtschaft und die Energieerzeugung konnten Zuwächse verzeichnen. Auch die Auftragseingänge im verarbeitenden Gewerbe nahmen zu, mit einem signifikanten Anstieg der Inlandsaufträge um knapp 10 Prozent. Ein Großauftrag im Verteidigungsbereich hat dazu beigetragen, die Auftragslage zu verbessern, wie das Bundeswirtschaftsministerium anmerkt.

Dennoch bleibt die Stimmung unter den Unternehmen gemischt. Während das ifo Geschäftsklima im verarbeitenden Gewerbe im November eine leichte Verbesserung zeigte, sind die Erwartungen insbesondere in der Automobilindustrie weiterhin gedämpft. Schwierigkeiten bei der Versorgung mit Vorprodukten und längere Lieferzeiten belasten die Unternehmen, und rückläufige Ausfuhrerwartungen dämpfen die Exportstimmung. Der Einzelhandel hat ebenfalls mit schwierigen Rahmenbedingungen zu kämpfen, was sich in einem unzufriedenen Weihnachtsgeschäft niederschlägt.