Islamabad —
Afghanistan und Pakistan sind erneut in einen Konflikt geraten. An der rauen Grenze zwischen den beiden Ländern wird wieder heftig beschossen. Der pakistanische Verteidigungsminister erklärte, dass die Geduld seines Landes erschöpft sei und rief zum „offenen Krieg“ gegen den von den Taliban regierten Nachbarn auf.
Ursprung des Konflikts
In der Nacht zu Freitag starteten die Taliban Angriffe auf pakistanische Stellungen entlang ihrer durchlässigen und umstrittenen Grenze, die sich über 2.600 Kilometer durch zerklüftete Berge und Wüsten zieht.
Kabul gab an, dass diese Angriffe eine Reaktion auf die pakistanischen Luftangriffe auf mutmaßliche Militantenlager in Afghanistan waren, bei denen am vergangenen Wochenende mindestens 18 Menschen ums Leben kamen.
Daraufhin startete Pakistan am Freitagmorgen die Operation „Ghazab Lil Haqq“ oder „Operation Gerechter Zorn“.
Waren wir nicht schon einmal hier?
Ja, in der Tat. Trotz enger wirtschaftlicher und kultureller Bindungen haben die beiden Länder eine komplexe Geschichte.
Letzten Oktober erlebten sie ihren tödlichsten Konflikt seit Jahren, der seitdem von einem fragilen Waffenstillstand begleitet wird.
Militärische Stärken im Vergleich
Laut dem International Institute for Strategic Studies (IISS) zeigen die Zahlen einen erheblichen Unterschied zwischen den pakistanischen und afghanischen Militärs.
Die pakistanischen Streitkräfte umfassen ein gut finanziertes, leistungsstarkes und nuklear bewaffnetes Militär, das über eine moderne Ausrüstung verfügt.
Im Gegensatz dazu besteht die afghanische Militärstrukturen lediglich aus den Taliban, die aus weniger als 200.000 Kämpfern bestehen und über keinen funktionierenden Luftstreitkräfte verfügen.
Wie schlimm könnte es werden?
Frühere Auseinandersetzungen endeten meist nach einigen Tagen des Kampfes, oft vermittelt durch ausländische Regierungen.
Analysten befürchten jedoch, dass eine weitere Eskalation die Instabilität in der Region verstärken könnte.
Die CNN-Reporter Brad Lendon, Ivan Watson und Hira Humayun haben zu diesem Bericht beigetragen.