Wirtschaft

Mehr Gewebespenden und Transplantate: DIZG verzeichnet positive Entwicklung

Das Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) hat in seinem aktuellen Jahresbericht eine Zunahme an Gewebespenden und abgegebenen humanen Transplantaten verzeichnet. Im Vergleich zum Vorjahr spendeten 3.293 Menschen Gewebe, was einer Steigerung um 770 entspricht. Die Zahl der postmortalen Spenden stieg um 43 auf 353. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 6.643 Einzelgewebe gespendet. Besonders erfreulich ist der Anstieg der Hüftkopfspenden, die aus endoprothetischen Operationen stammen. Im vergangenen Jahr wurden 2.932 Hüftköpfe gespendet, das sind 746 mehr als im Jahr zuvor. Diese Spenderinnen und Spender sowie das Personal der beteiligten Kliniken leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Patientenversorgung mit humanen Gewebetransplantaten.

Parallel dazu stieg die Anzahl der abgegebenen allogenen Transplantate auf 67.828, eine Steigerung um 950 im Vergleich zum Vorjahr. Die Nachfrage nach sicheren allogenen Hart- und Weichgeweben übersteigt jedoch das Angebot deutlich. Um diesem Ungleichgewicht entgegenzuwirken, hat das DIZG eine Kooperation mit einem US-amerikanischen gemeinnützigen Spendeprogramm eingegangen. Zudem konnten weitere Kliniken als Partner für endoprothetische Femurkopfspenden gewonnen werden, was die Herstellung dringend benötigter Transplantate ermöglicht.

Der Jahresbericht des DIZG präsentiert auch neue Transplantate für die Patientenversorgung. Ein Beispiel ist Spongioflex®, ein neuartiges Transplantat für den Ersatz des Meniskus. Es wurde bereits in rund 100 Fällen erfolgreich eingesetzt und zeigt vielversprechende Resultate mit schnellem Einwachsen innerhalb von zwölf Wochen. Ein weiteres innovatives Produkt, das im Jahr 2023 eingeführt wurde, sind die Shark Screw® Knochenschrauben für die Hand- und Fußchirurgie. Sie werden mit körpereigenen Zellen besiedelt und im Laufe des Remodelings in patienteneigenen Knochen umgewandelt, was eine zweite Operation zur Materialentfernung überflüssig macht.

Der Jahresbericht betont auch die Bedeutung autologer Zellkulturen für die Behandlung von schwerbrandverletzten Patientinnen und Patienten. Das DIZG stellt biotechnologisch bearbeitete autologe Keratinozyten bereit, die eine erfolgreiche Therapie ermöglichen, insbesondere wenn die Verbrennungsausmaße nicht allein mit gesunder Haut behandelt werden können. Die bereitgestellten Kulturen können die Deckung und den Verschluss von Hautdefekten unterstützen und die Zeit bis zum Wundverschluss verkürzen.

Das DIZG legt auch Wert auf die Erfassung und Auswertung von Daten über die Anwendung der Transplantate. Das Allograft-Register des DIZG umfasst derzeit 62.600 verifizierte Datensätze zur Anwendung allogener avitaler Hart- und Weichgewebetransplantate und ermöglicht dadurch die Weiterentwicklung humaner Transplantate. Im vergangenen Jahr konnten 11.600 weitere Daten verifiziert werden, die zur Identifizierung von Trends und zur Beratung der Chirurginnen und Chirurgen beitragen.

Das Jahr 2023 war für das DIZG ein Jahr voller Herausforderungen, aber auch mit neuen Möglichkeiten. Neue Transplantate wurden eingeführt und Kooperationen zur Optimierung der Versorgung mit humanen Geweben geschlossen. Auch im Jahr 2024 wird das DIZG weiter daran arbeiten, weitere Partner zu gewinnen, um die Patientenversorgung zu verbessern.

Das Deutsche Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) ist ein gemeinnütziges Arzneimittelunternehmen mit Sitz in Berlin. Es zählt zu den größten pharmazeutisch und biotechnologisch orientierten Non-Profit-Einrichtungen in Europa. Das DIZG stellt humane Knochen- und Weichgewebetransplantate sowie autologe Zellkulturen für die Versorgung von schwerbrandverletzten Patientinnen und Patienten bereit. Es fördert die Gewebespende und die Weiterentwicklung von Transplantaten. Seit seiner Gründung im Jahr 1993 hat das DIZG fast 798.000 allogene Gewebetransplantate abgegeben.



Quelle: Deutsches Institut für Zell- und Gewebeersatz (DIZG) / ots

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