Die Diskussion über die Integration von erneuerbaren Energien in die Stromnetze gewinnt zunehmend an Bedeutung. Eine aktuelle Studie widerlegt die Behauptung, dass die schwankende Stromproduktion aus erneuerbaren Quellen für die Sekundärregelung unbrauchbar sei. Das Konsortium um Engelhart Commodities Trading Partners konnte im Übertragungsnetz von TenneT beweisen, dass eine Poolung von Windparks in Schleswig-Holstein erfolgreich Frequenzschwankungen ausgleicht, die zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten andauern. Dies zeigt, dass moderne Windkraftanlagen in der Lage sind, strenge technische Standards für die Netzausgleichung zu erfüllen, während innovative Technologien wie die Virtual Power Plant (VPP) von Gridfuse und präzise Controller von Enercon eine genaue Live-Prognose und -steuerung für die Sekundärregelung ermöglichen. Dies könnte einen Wendepunkt in der Diskussion um die Rolle erneuerbarer Energien im Stromnetz darstellen, berichtet Ökonews.
Diese Ergebnisse sind besonders relevant im Kontext der deutschen Energiepolitik, die die Umsetzung der EU-Erneuerbaren-Richtlinie (RED III) vorantreibt. Am 6. August 2025 hat das Bundeskabinett einen Regierungsentwurf beschlossen, der von der Bundesministerin für Wirtschaft und Energie vorgelegt wurde. Ziel ist es, den Ausbau der Windenergie auf See sowie die dazugehörige Netzinfrastruktur zu beschleunigen und zu erleichtern. Der Entwurf umfasst die Einführung von Beschleunigungsflächen für Windkraftprojekte, bei denen vereinfachte Zulassungsverfahren gelten, um die Genehmigungsprozesse zu beschleunigen. Dies wurde von dem Bundeswirtschaftsministerium bestätigt.
Wirtschaftlichkeit erneuerbarer Technologien
Ein weiterer Aspekt, der die Diskussion um erneuerbare Energien prägt, sind die finanziellen Rahmenbedingungen, die durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vorgegeben werden. Ausschreibungen, die die Höhe der Einnahmen pro Kilowattstunde des erzeugten EEG-Stroms ermitteln, werden durch die Bundesnetzagentur organisiert. Diese Ausschreibungen sind für verschiedene Technologien getrennt, darunter Windenergieanlagen an Land, Photovoltaik-Freiflächenanlagen und Biomasseanlagen. Besonders hervorzuheben ist das Windenergie-auf-See-Gesetz, das gezielt Förderungen für Offshore-Windprojekte bereitstellt. Der Erfolg von Projekten hängt jedoch von einer zügigen Umsetzung ab, da Verstöße gegen die Fristen zu finanziellen Einbußen führen können. Die Genehmigungskosten für Windenergieprojekte können bis zu 10% der gesamten Projektkosten betragen, informiert das Umweltbundesamt.
In Norddeutschland erweist sich die Windenergie als wirtschaftlicher im Vergleich zu Süddeutschland, was die Überlegungen zur geografischen Verteilung von Windkraftprojekten beeinflusst. Die Genehmigungsfristen sind klar definiert: Projekte müssen innerhalb von 24 Monaten nach Erhalt des Zuschlags betriebsbereit sein, andernfalls drohen Strafzahlungen. All diese Faktoren zeigen, wie komplex und facettenreich die Herausforderungen und Chancen im Bereich der erneuerbaren Energien sind und unterstreichen die Notwendigkeit, innovative Lösungen zu finden, um die Energiewende erfolgreich zu gestalten.