In den letzten Jahren hat die Polizei große Fortschritte im Kampf gegen Cyberkriminalität erzielt. Der Einsatz spezialisierter Ermittlungsgruppen hat sich dabei als besonders effektiv erwiesen. So berichtet Gailtal Journal, dass durch die Einrichtung von Gruppen zur Bekämpfung von Tätergruppen gezielte Maßnahmen eingeleitet wurden. Die enge Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und präventive Maßnahmen sind zentrale Bestandteile dieser Strategie.

Eine alarmierende Masche, die sich in den letzten Jahren besonders verbreitet hat, ist die der sogenannten „Falschen Polizisten“. Diese Betrüger geben sich als Polizisten, Staatsanwälte oder Bankangestellte aus und setzen vor allem ältere Menschen unter Druck. Nach Angaben von Verbraucherzentrale erfolgt der Kontakt zumeist telefonisch. Die Anrufer fordern Geldüberweisungen oder Kontodaten und tarnen sich oft hinter automatischen Ansagen von Institutionen wie Europol oder dem Bundeskriminalamt.

Rückgang der Betrugsfälle

Die Gründung der Einsatzgruppe „Falsche Polizisten“ (EG FaPo) im September 2022 ist eine der Maßnahmen, die zu einem signifikanten Rückgang dieser Betrugsfälle geführt hat. Laut Gailtal Journal sanken die Schäden durch diese Betrugsmasche von etwa 20 Millionen Euro im Jahr 2023 auf rund 9 Millionen Euro im Jahr 2025. Auch die Anzahl der Anzeigen fiel von 1.605 auf etwa 740 Fälle – ein Rückgang von über 60 Prozent.

So erfolgreich diese Maßnahmen auch sind, die Polizei warnt weiterhin vor der Gefährlichkeit solcher Anrufe. Betrüger tarnen sich häufig und setzen Opfer im Gespräch unter Druck. Neben dem „Falschen Polizisten“-Trick gibt es auch die Methode, bei der Anrufer behaupten, es gäbe Hinweise auf einen geplanten Einbruch. Dies geschieht mit dem Ziel, Betroffene dazu zu bringen, ihre Wertsachen herauszugeben, um sie angeblich in Sicherheit zu bringen.

Cybercrime im Wandel

Der Kampf gegen Cyberkriminalität wird jedoch nicht allein durch Betrugsmaschen wie dem „Falschen Polizisten“ geprägt. Cybercrime ist ein dynamisches Phänomen, das sich ständig verändert und fortentwickelt. Laut Bundeskriminalamt ist Cybercrime ein professionelles Geschäft mit global agierenden Tätern, die gezielt nach finanziell lohnenden Angriffszielen suchen.

Die Bedrohungen reichen von Malware, die zur Datenspionage und Erpressung eingesetzt wird, über Phishing-Angriffe bis hin zu DDoS-Attacken. Der Schutz kritischer Infrastrukturen ist besonders wichtig, da diese Angriffe hohen Schaden anrichten können. Die Zunahme von Cyberangriffen und deren Intensität unterstreichen die Notwendigkeit einer engen Kooperation zwischen Polizei und Wirtschaft. Das Bundeskriminalamt fördert den Austausch von Informationen und veranstaltet regelmäßig Konferenzen, um die Zusammenarbeit zu intensivieren.

Insgesamt zeigen die kombinierten Maßnahmen von Aufklärung, Sensibilisierung und gezielter Strafverfolgung Erfolge. Die Polizei bleibt jedoch wachsam, denn Cyberkriminalität stellt eine anhaltende Herausforderung dar, die weiterhin entschlossen bekämpft werden muss.