Die COP30, die Weltklimakonferenz, endete am 22. November 2025 in Belém, Brasilien, mit der Einigung von 194 Vertragsparteien auf das sogenannte „Belém-Paket“. Dieses Ergebnis wurde von vielen als Minimalkompromiss eingestuft, wie der Umwelt- und Klimaminister Norbert Totschnig betonte. Er sieht das Paket als tragbar für die EU, erkennt jedoch die Unzulänglichkeit bei der Begrenzung der globalen Erderwärmung auf das angestrebte Ziel von 1,5 Grad Celsius an. Ein zentraler Kritikpunkt ist der fehlende Fahrplan für den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Energieträgern, ein Thema, das während der gesamten Konferenz diskutiert wurde. OTS berichtet.
Trotz der unterzeichneten Abkommen bleibt die Enttäuschung vieler Länder angesichts der unzureichenden Fortschritte im Klimaschutz spürbar. Die Verhandlungen zogen sich über 19 Stunden hin, in denen sich rund 200 Länder nicht auf einen verbindlichen Plan zur Abkehr von Öl, Kohle und Gas einigen konnten. Stattdessen wurde lediglich eine freiwillige Initiative zur Beschleunigung der Klimaschutz-Anstrengungen vereinbart. Bundesumweltminister Carsten Schneider äußerte seine Enttäuschung über die Blockade durch die Ölstaaten, die in den Verhandlungen eine Beeinflussung der Ergebnisse hatten. Süddeutsche Zeitung berichtet.
Belém-Paket und internationale Zusammenarbeit
Das „Belém-Paket“ enthält eine Reihe von politischen Hauptentscheidungen, die die Dringlichkeit betonen, die Lücke zum 1,5-Grad-Ziel zu schließen. Hierzu zählen der Bezug auf die Beschlüsse der COP28 in den VAE, die den Ausstieg aus fossilen Energien sowie den Stopp der Entwaldung festschreiben. Um diese Ziele zu erreichen, wird die „Belém Mission zu 1,5 Grad“ eingeführt, die die internationale Zusammenarbeit und ambitioniertere Klimaziele stärken soll. Zudem wurde beschlossen, die Klimahilfen für ärmere Länder bis 2035 zu verdreifachen, wobei keine spezifische Vergleichsbasis genannt wurde und auch keine konkreten Beträge festgelegt sind. Zeit berichtet.
Eine wesentliche Maßnahme zur Unterstützung von Entwicklungsländern ist das Technologie-Umsetzungsprogramm der COP28. Dieses wurde konkretisiert und sieht Unterstützung bis zum Jahr 2034 vor. Mit der Vereinbarung von rund 60 „Belém Adaptation Indicators“ soll zudem ein Mechanismus geschaffen werden, um die Anpassungsfähigkeit der Länder an die Klimakrise zu messen. Ein sozial verträglicher Übergang zu einer klimafreundlichen Wirtschaft wurde ebenfalls in die Agenda aufgenommen, um die Herausforderungen des Klimawandels anzugehen.
Ängste und Rückschläge
Die Uneinigkeit über den Ausstieg aus fossilen Energieträgern hat viele Staaten verunsichert. Der ursprüngliche Plan für den Ausstieg, der von Brasiliens Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva vorgeschlagen wurde, fand keinen Anklang, da Länder wie China, Indien, Saudi-Arabien, Nigeria und Russland ablehnten, konkrete Vorgaben oder Fristen zu setzen. Der neue Beschlussentwurf am letzten Tag der Konferenz enthielt keine spezifischen Inhalte zum Thema fossile Energien. Bundesumweltminister Schneider und andere führende Politiker wiesen diesen Entwurf zurück und forderten umfassendere Maßnahmen im Klimaschutz. Für den nächsten Gipfel, die COP31, wurde bereits eine türkische Präsidentschaft in Antalya für 2026 festgelegt.