Am 25. Januar 2026 kam es in Minneapolis zu einem tragischen Vorfall, bei dem der 37-jährige Krankenpfleger Alex Pretti von Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE erschossen wurde. Laut dem US-Heimatschutzministerium (DHS) näherte sich Pretti mit einer halbautomatischen 9-Millimeter-Pistole den Grenzschutzbeamten und habe sich gewaltsam widersetzt. Diese Darstellung wird jedoch von Prettis Familie und Augenzeugen vehement widersprochen, die betonen, dass Pretti lediglich sein Handy in der Hand hielt und versuchte, eine zu Boden gestoßene Demonstrantin zu schützen.
Ein von Zeugen aufgenommenes Video zeigt, wie Pretti mit dem Handy in der Hand die Behörden filmte und den Verkehr regelte. Der Vorfall ereignete sich während eines ICE-Einsatzes, der zuvor Proteste gegen die Behörden ausgelöst hatte. Pretti wurde laut dem Video mit Reizgas besprüht, und mehrere Beamte rangen mit ihm zu Boden. In einem entscheidenden Moment zog einer der Beamten etwas aus Prettis Hüfte, während dieser auf Knien war, und kurz darauf eröffneten mehrere Einsatzkräfte das Feuer auf ihn. Mindestens zehn Schüsse sind im Video hörbar, während Pretti reglos am Boden lag.
Familienvorwürfe und Proteste
Die Eltern von Alex Pretti äußern sich bestürzt über die Vorwürfe des DHS. Sie beschuldigen die Einsatzkräfte, ihren Sohn ohne legitimen Grund getötet zu haben, und betonen, dass er keinerlei Bedrohung darstellte. “Er hielt kein gefährliches Objekt, sondern sein Handy in der Hand”, berichten sie. Die Familie erfuhr von dem Tod ihres Sohnes durch ein Video und hatte Schwierigkeiten, klare Informationen von den Behörden zu erhalten. Zusätzlich kritisieren sie die Aussagen des DHS, die den Vorfall als Notwehr darstellen.
Pretti war US-Staatsbürger und hatte keine Vorstrafen. Er soll besorgt über die harten Maßnahmen der Trump-Regierung gegen Einwanderer gewesen sein, was zu einem weiteren Kontext für seine Handlung an diesem Tag beiträgt. Der Vorfall hat landesweit Proteste ausgelöst, darunter Mahnwachen und Kerzenlichtveranstaltungen, in denen die Forderung nach Gerechtigkeit für Pretti laut wurde.
Hintergrund der ICE-Einsätze
Der Tod von Alex Pretti ist nicht der erste Vorfall dieser Art in Minneapolis. Bereits am 7. Januar wurde die 37-jährige Renee Nicole Good bei einem ICE-Einsatz erschossen. Diese Ereignisse stehen im Zusammenhang mit einer verstärkten Vorgehensweise gegen illegale Migration unter der Trump-Regierung, die auch die Festnahme von Kindern und anderen Angehörigen umfasst. In jüngster Zeit wurden mehrere Kinder in ähnlichen Einsätzen von ICE festgenommen, was zu anhaltender Besorgnis und Kritik von Seiten der Gesellschaft und Menschenrechtsorganisationen geführt hat.
In Minneapolis wurden in den letzten Wochen mindestens vier Kinder in Gewahrsam genommen, darunter ein fünfjähriger Junge, der Zeuge der Festnahme seines Vaters wurde. Solche Vorgehensweisen haben zu einem signifikanten Rückgang der Anwesenheit von Schülern aus Migrantenfamilien in den lokalen Schulen geführt. Der UN-Menschenrechtskommissar Volker Türk hat die Maßnahmen der ICE öffentlich kritisiert und die Situation als besorgniserregend bezeichnet.
Die Spannungen zwischen Einwanderungsbehörden und der Bevölkerung scheinen zu steigen, was sich auch in den Protesten in Minneapolis widerspiegelt. Es bleibt abzuwarten, wie der Fall Alex Pretti und die damit verbundenen Geschehnisse die Diskussion um Einwanderungspolitik und Rechtmäßigkeit der Einsatzmethoden der Behörden beeinflussen werden.






