Eine aktuelle Blindverkostung von veganen Fischalternativen hat ergeben, dass die Geschmackserlebnisse der Testpersonen eher durchschnittlich ausfielen. Insgesamt nahmen 58 Personen an der Verkostung teil, bei der verschiedene Produkte, darunter Thunfisch- und Lachsersatz sowie eine Kaviaralternative, getestet wurden. Alle verkosteten Produkte stammen aus EU-Ländern, und eines davon wurde mit einem heimischen 3-D-Drucker hergestellt, berichtet Kleine Zeitung.

Die Verkostergruppe setzte sich aus 14% Veganern, 17% Vegetariern und dem Rest Flexitariern oder Omnivoren zusammen. Die Bewertungskriterien umfassten Aussehen, Geruch, Mundgefühl, Geschmack und die Ähnlichkeit zu echten Fischprodukten. Zwei der getesteten Produkte schnitten mit der Bewertung „gut“ ab: die Thunfischalternative „BettaF!sh Tu-Nah“ und die „Vivera Filets Lachs-Art“. Die Mehrheit der Produkte erhielt jedoch nur eine durchschnittliche Bewertung, wobei ein Lachsaufstrich sogar als „weniger zufriedenstellend“ eingestuft wurde.

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Verbrauch und Nährstoffgehalt von Fischalternativen

Die Testergebnisse zeigen, dass vier Produkte als geschmacklich „ziemlich ähnlich“ oder sogar „komplett gleich“ zu echten Fischvarianten eingestuft wurden. Dabei handelte es sich um „BettaF!sh Tu-Nah“, „Garden Gourmet Thun-Visch“, „VegaVita Räucherlaxx“ und „Revo The Filet“, das mit einem 3-D-Drucker hergestellt wurde. Dennoch bleibt der Eiweißgehalt der veganen Produkte im Durchschnitt unter dem der tierischen Varianten. Echte Fischprodukte wie Thunfisch in Öl oder frische Lachsfilets schneiden nährwerttechnisch meist besser ab, während die Nährstoffe in veganen Varianten oft nicht gleichwertig sind, wie NDR erwähnt.

Vegane Fischalternativen bieten häufig weniger Eiweiß und sind meist hochverarbeitet. Sie enthalten oft Aromen, Verdickungsmittel oder andere Zusatzstoffe, wie Methylcellulose, deren gesundheitliche Auswirkungen von Ernährungswissenschaftlern kritisch betrachtet werden. Im Gegensatz dazu ist bekannt, dass frische oder tiefgekühlte Natur-Fischfilets geringeren Verarbeitungsgrad aufweisen.

Das wachsende Angebot an veganen Optionen

Das Angebot an veganen Fischprodukten wächst, doch sie bleiben in der Regel ein Nischenprodukt. Immer mehr Anbieter setzen auf Zutaten wie Soja- oder Weizenproteine, um nachhaltige und geschmackvolle Alternativen anzubieten. Algenextrakte spielen dabei eine zentrale Rolle, um den typischen Geschmack von Fisch zu erzeugen und die Jodversorgung zu verbessern. Laut ProVeg nutzen viele Hersteller pflanzliche Öle wie Lein- oder Rapsöl, um den Gehalt an Omega-3-Fettsäuren zu erhöhen, allerdings oft nur in geringen Mengen.

Besonders auffällig ist die Tatsache, dass immer mehr Menschen auf pflanzliche Alternativen zurückgreifen, was teilweise durch den weltweit wachsenden Fischkonsum bedingt ist. Laut FAO wächst der Verbrauch von Fischen und Meeresfrüchten seit 1961 fast doppelt so schnell wie die Weltbevölkerung, was zu einer besorgniserregenden Überfischung von über einem Drittel der Bestände führt.

Die Verbraucherzentrale hat mittlerweile die Liste „Guter Fisch“ aktualisiert, um nachhaltige Produkte zu kennzeichnen. Damit können Verbraucher informierte Entscheidungen treffen, während sie gleichzeitig dazu ermutigt werden, in der veganen Ernährung natürliche Eiweißquellen wie Hülsenfrüchte, Tofu und Nüsse zu bevorzugen.