Das Kashiwazaki-Kariwa Atomkraftwerk in der Präfektur Niigata, Japan, gilt als das leistungsstärkste Atomkraftwerk der Welt und hat eine maximale Gesamtleistung von 8.212 Megawatt, wenn alle Reaktoren in Betrieb sind. Der Neustart von Reaktor 6, der ursprünglich für den 20. Jänner 2024 vorgesehen war, wurde aufgrund eines fehlerhaften Sicherheitsalarms auf den 26. Februar 2024 verschoben. Der Alarm sollte beim Herausziehen von Steuerstäben im Reaktor ein Warnsignal auslösen, dessen Ausfall schwerwiegende Folgen haben könnte, da er für die frühzeitige Erkennung von Störungen essenziell ist. Diese technischen Defekte werden derzeit untersucht, um die Sicherheit der Anlage zu gewährleisten, bevor der Reaktor in Betrieb genommen wird. Laut vol.at soll Reaktor 6 nach der Wiederinbetriebnahme eine Leistung von 1,36 Gigawatt liefern, was etwa zwei Prozent des Strombedarfs der Metropolregion Tokio decken könnte.
Das Kashiwazaki-Kariwa Kernkraftwerk besteht aus insgesamt sieben Reaktoren. Die Region ist geologisch aktiv, was in der Vergangenheit zu Sicherheitsbedenken geführt hat. Bereits ein Erdbeben der Stärke 6,6 im Jahr 2007 hatte zur vorübergehenden Abschaltung der gesamten Anlage geführt. Nach der Nuklearkatastrophe von Fukushima im Jahr 2011 blieb das Kraftwerk mehrere Jahre außer Betrieb, um Sicherheitsmaßnahmen zu verbessern. Obwohl mittlerweile umfassende Nachrüstungen stattgefunden haben, bleibt der Widerstand gegen die Wiederinbetriebnahme stark. Über 60 Prozent der rund 420.000 Anwohner im Umkreis von 30 Kilometer äußerten 2023 Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Anlage. Proteste und Bürgerinitiativen fordern weiterhin einen Verzicht auf die Nutzung des Kraftwerks.
Technische Herausforderungen und Sicherheitsmaßnahmen
Die Sicherheit von Kernkraftwerken ist entscheidend, um Mensch und Umwelt vor ionisierender Strahlung zu schützen. Wesentliche Aspekte umfassen die Auslegung, Genehmigung, den Bau und den Betrieb der Anlagen. Um Unfälle zu verhindern, wurden umfassende Sicherheitskonzepte entwickelt, die eine mehrstufige, fehlerverzeihende Struktur aufweisen. Diese Konzepte beinhalten sowohl technische als auch organisatorische Schutzmaßnahmen, die kontinuierlich von Herstellern, Aufsichtsbehörden und Betreibern weiterentwickelt werden. Das Ziel dabei ist, die Freisetzung radioaktiver Stoffe und die Auswirkungen von möglichen Unfällen zu begrenzen. Die jüngsten Vorfälle im Kashiwazaki-Kariwa Kraftwerk werfen jedoch Fragen hinsichtlich der Effektivität dieser Sicherheitsvorkehrungen auf, insbesondere im Hinblick auf den Ausfall des Sicherheitsalarms, wie futurezone.at berichtet.
Das Kraftwerk, das seit den 1980er Jahren besteht, wird von der Tokyo Electric Power Company (TEPCO) betrieben, derselben Firma, die für das Fukushima-Kraftwerk verantwortlich war. Der öffentliche Widerstand gegen eine erneute Inbetriebnahme ist stark, und es bleibt unklar, ob jemals alle sieben Reaktoren gleichzeitig in Betrieb genommen werden können. Neben Reaktor 6 plant TEPCO auch, bis 2030 einen weiteren Block wieder ans Netz zu bringen. Doch die anhaltenden Sicherheitsbedenken und Proteste der Anwohner können die Pläne gefährden und die zukünftige Nutzung des Kraftwerks weiterhin ins Wanken bringen.