Die USA haben heute im Indischen Ozean einen Öltanker namens „Aquila II“ beschlagnahmt, der gegen die von der Trump-Administration verhängte Ölblockade gegen Venezuela verstoßen hat. Der Tanker wurde zunächst in der Karibik gesichtet, nachdem US-Soldaten das Schiff ohne Zwischenfälle eingenommen hatten. Das Pentagon gab an, dass die „Aquila II“ zuvor „verfolgt und gejagt“ wurde und dies stellt bereits den achten Tanker dar, der seit Einführung der Ölblockade festgesetzt wurde. Die Blockade wurde Ende Dezember verhängt, noch vor der Gefangennahme des venezolanischen Staatschefs Nicolás Maduro Anfang Jänner. Diese Maßnahmen richten sich gegen sanktionierte Tanker, die Venezuela ansteuern oder verlassen, berichtet oe24.
Das US-Verteidigungsministerium beschreibt die Operation als ein Beispiel für „rechtliche maritimen Eingriff“. Militärische Kräfte der USA haben den Tanker „Aquila II“ an Bord genommen; jedoch bestätigte das Pentagon keine direkte Verbindung zwischen dem Schiff und Venezuela, das unter US-Ölsanktionen steht. Der Panamanische Tanker gehört zu einer Gruppe von mindestens 16 Schiffen, die nach der Gefangennahme von Maduro die venezolanische Küste verlassen haben. Es ist bemerkenswert, dass der Tanker über lange Strecken seinen Funktransponder abgeschaltet hatte, eine Taktik, die oft von Schmugglern verwendet wird. Videos zeigen US-Navy-Kräfte, die von einem Schiff aus, das dem Profil der mobilen Basis USS Miguel Keith ähnelt, abseilen. An der Operation waren die Zerstörer USS Pinckney und USS John Finn beteiligt AP News.
Hintergrund und Auswirkungen der Ölblockade
Die Ölblockade und die damit verbundenen Operationen stehen im größeren Kontext eines umfassenden Versuchs der USA, die Kontrolle über die venezolanische Ölindustrie zu gewinnen, vor allem nach der Absetzung des ehemaligen Präsidenten Maduro. Präsident Trump hat angekündigt, dass die Seizierung von Tankern eine Möglichkeit sei, Einnahmen zu generieren und die venezolanische Ölindustrie wiederherzustellen. Dennoch zögern viele Ölkonzerne, in Venezuela zu investieren, insbesondere angesichts der vorherrschenden Korruption und einer stark geschwächten staatlichen Ölgesellschaft PDVSA, die durch Missmanagement und fehlende Investitionen stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Venezuela verfügt über die größten Ölreserven der Welt, mit über 300 Milliarden Barrel, doch die Produktion ist dramatisch gesunken Tagesschau.
Trotz der proklamierten Gewinnchancen für die Ölindustrie bleibt die Umwelt in Venezuela stark verschmutzt. Der Lago de Maracaibo beispielsweise leidet unter gravierenden Ölverschmutzungen. Experten schätzen, dass zwischen 70 und 180 Milliarden Dollar benötigt werden, um die Produktion auf drei Millionen Barrel täglich zu steigern. Die venezolanische Regierung steht angesichts eines enormen Schuldenbergs von etwa 150 Milliarden Dollar unter Druck. Während die Bürger wirtschaftliche Stabilität und politischen Wandel fordern, bleibt die Situation aufgrund von Unterdrückung und Angst in Venezuela angespannt.