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In der Ostsee spitzen sich die Spannungen zu: Mehrere Unterseekabel, darunter das wichtige Stromkabel „EstLink 2“ zwischen Finnland und Estland, wurden in den letzten Wochen wiederholt beschädigt. Die NATO hat den Verdacht geäußert, dass hinter diesen Vorfällen russische Sabotageakte stecken könnten. Laut der Kleine Zeitung könnte ein russischer Tanker, der zu einer sogenannten Schattenflotte gehört, für die Schäden verantwortlich sein. Diese Flotte nutzt Schiffe unter fremder Flagge, um internationale Sanktionen zu umgehen, die durch den Ukraine-Konflikt verhängt wurden.
Am ersten Weihnachtstag entdeckten finnische Behörden die Beschädigung des „EstLink 2“-Kabels und vier weiterer Datenkabel. Bundesaußenministerin Annalena Baerbock warnte vor einem besorgniserregenden Trend, da immer wieder Schiffe auf kritische Infrastruktur zusteuern, ohne dass Zufall hinter diesen Vorfällen vermutet werden kann. Wie Deutschlandfunk berichtete, wurde der Öltanker „Eagle S“ festgesetzt, der seine Ankerplatzierung möglicherweise absichtlich manipulierend verwendet hat, um die Kabel zu beschädigen. Finnische Ermittler fanden eine sehr lange Schleifspur auf dem Meeresboden, jedoch keinen Anker, was die Vorwürfe der Sabotage verstärkt.
In Reaktion auf diese Entwicklungen kündigten NATO-Generalsekretär Marc Rutte und die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas erhöhte militärische Präsenz und verstärkte Sanktionen gegen die Schattenflotte an. Baerbock bezeichnete diese Flotte als große Gefahr für die Sicherheit und Umwelt der Region und erklärte, dass mehr als 50 solche Schiffe bereits mit europäischen Sanktionen belegt worden seien. Es steht zu erwarten, dass die internationale Gemeinschaft noch entschlossener gegen diese Bedrohung vorgehen wird, um die Infrastruktur in der Ostsee besser zu schützen und zukünftige Sabotageakte zu verhindern.
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