Umwelt

Russische Schattenflotte: Bedrohung für die Ostsee und NATO im Fokus!

Im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt hat die russische Schattenflotte erheblich an Bedeutung gewonnen und beeinflusst die geopolitische Lage in der Ostsee. Laut ndr.de zeigen sichtbare Schiffsbewegungen an der Küste Mecklenburg-Vorpommerns, dass täglich bis zu einem Dutzend Schiffe, die russische Häfen wie Ust-Luga und Primorsk ansteuern, in der Region aktiv sind. Die Schattenflotte besteht aus mehreren hundert älteren Tankern, die häufig undurchsichtigen Eigentumsverhältnissen unterliegen und somit versuchen, westliche Sanktionen zu umgehen. Schätzungen des britischen Dienstes „lloydslist.com“ zufolge könnten bis zu 460 Tanker zur Schattenflotte zählen, während Greenpeace von 192 Schiffen ausgeht, 171 davon seien in den letzten zwei Jahren in der deutschen Ostsee registriert worden.

Besonders im Fokus steht der Tanker „Eventin“, der 99.000 Tonnen Rohöl geladen hat und zur Schattenflotte gehört. Schätzungen deuten darauf hin, dass rund 10-15% der weltweiten Tankerkapazitäten Teil dieser Schattenflotte sein könnten. Trotz der seit 2022 eingeführten EU-Sanktionen, bei denen knapp 80 Schiffe sanktioniert wurden und neue Sanktionspakete in Vorbereitung sind, erwartet man für 2024 massive Einnahmen in Höhe von 193 Milliarden US-Dollar aus der russischen Öl-Ausfuhr, wobei etwa ein Drittel des russischen Ölexports über die Ostsee abgewickelt wird.

Sabotageakte und Sicherheitsbedenken

Ein besonderes Sicherheitsrisiko stellen mehrere Sabotageakte dar, die seit Herbst 2023 in der Ostsee verzeichnet wurden. Darunter fiel auch die Beschädigung des Unterwasserstromkabels „Estlink 2“, die mutmaßlich vom Tanker „Eagle S“ verursacht wurde. Laut zdf.de haben finnische Behörden den „Eagle S“ festgesetzt und vermuten, dass das Schiff mit seinem Anker die Stromleitung beschädigt hat, wobei eine mehrere Kilometer lange Schleifspur am Meeresboden dokumentiert wurde. Diese Vorfälle lassen den Verdacht aufkommen, dass es sich um koordinierte Angriffe auf die digitale und Energieinfrastruktur handelt. EU-Chefdiplomatin Kaja Kallas kritisierte die Absichten der Schattenflotte, die sowohl die Umwelt bedrohen als auch zur Finanzierung des Krieges genutzt werden.

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Die NATO hat auf die gestiegene Bedrohungslage reagiert, indem sie zusätzlich zehn Kriegsschiffe in die Ostsee entsendet hat. Experten stufen die Schattenflotte als asymmetrische Waffe ein, die ein erhebliches Bedrohungspotenzial für die kritische Infrastruktur in der Region darstellt. In diesem Kontext sind auch Änderungen internationaler Regeln und spezifische Maßnahmen gegen Schattenflotten-Tanker im Gespräch. Dabei wird beispielsweise eine Aktivierung des NATO-Artikels 4 sowie eine Lotsenpflicht für Schattenflotten-Schiffe diskutiert.


- Übermittelt durch West-Ost-Medien

Ort des Geschehens


Details zur Meldung
Was ist passiert?
Sabotage
In welchen Regionen?
Ostsee
Genauer Ort bekannt?
Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Festnahmen
1
Ursache
Zielgerichtete Aktion gegen Infrastruktur
Beste Referenz
ndr.de
Weitere Quellen
zdf.de

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