Die bevorstehende Fußball-Weltmeisterschaft 2026 wird mit weitreichenden Rahmenbedingungen geplant, die sowohl die sportliche Integrität als auch die Auswirkungen auf die Umwelt betreffen. Die Veranstaltung, die vom 11. Juni bis 19. Juli 2026 in Mexiko, Kanada und den USA stattfindet, markiert einen nie dagewesenen Rekord mit 48 teilnehmenden Nationalteams und insgesamt 104 Spielen. oe24 berichtet, dass das Finale in New York ausgetragen wird.
Die vergangenen FIFA Klub-Weltmeisterschaft im Sommer 2023 brachte spezifische Herausforderungen ans Licht, in erster Linie die extremen Temperaturen und geringe Zuschauerzahlen. Anstoßzeiten könnten sich aufgrund des erwarteten heißen Wetters in die Nachtstunden verschieben, mit geplanten Zeitfenstern um 18 Uhr, 21 Uhr, 0 Uhr und 3 Uhr (MEZ). Diese Regelung könnte für europäische Fans unzumutbar sein, da beispielsweise ein Anstoß um 2 Uhr MEZ stattfinden würde. Diese Strategie kommt nicht von ungefähr: Es wird aus den Erfahrungen der Klub-WM gelernt, die wegen der Hitze kritisiert wurde, insbesondere bei Spielen um 12:00 und 15:00 Uhr Ortszeit, wie der Zeit berichtet.
Hitze und Zuschauerkomfort
Die FIFA hat inzwischen reagiert und plant den verstärkten Einsatz von überdachten Stadien für die frühen Partien, um den Spielern und Fans Schutz vor der Hitze zu bieten. Außerdem haben einige Stadien in Städten wie Vancouver, Dallas, Atlanta und Los Angeles verschließbare Dächer, die helfen sollen, kühle Luft zu halten und eine angenehme Spielumgebung zu schaffen. Victor Montagliani, kanadisches FIFA-Mitglied, betont, dass der endgültige Anstoßzeitplan noch abgewartet werden müsse.
Neben den klimatischen Herausforderungen gibt es auch politische Diskussionen, insbesondere über die mögliche Teilnahme Israels. Während die FIFA dazu neigt, Israel auszuschließen, setzt sich US-Präsident Donald Trump für die Teilnahme ein. Diese Debatten kommen in einer ohnehin schon angespannten globalen politischen Landschaft besonders zur Geltung.
Umweltauswirkungen der WM
Die Bedenken um die Klimaauswirkungen der Weltmeisterschaft werden zunehmend laut. Laut der Tagesspiegel wird erwartet, dass die WM 2026 einen neuen Negativrekord für die CO₂-Emissionen aufstellt. Schätzungen gehen davon aus, dass durch die Veranstaltung bis zu 3,7 Millionen Tonnen klimaschädliches CO₂ ausgestoßen werden, wobei diese Zahl aufgrund der Erhöhung der Spiele von 80 auf 104 veraltet sein könnte. Ein Spiel in der Schlussphase könnte bereits zwischen 44.000 und 72.000 Tonnen CO₂ verursachen.
Experten kritisieren den „Wachstumsrausch“ der FIFA und stellen fest, dass die Umweltauswirkungen internationaler Sportveranstaltungen erheblich sein können. Während das Internationale Olympische Komitee die Anzahl der Athleten bei Olympischen Spielen begrenzt hat, scheint die FIFA in die entgegengesetzte Richtung zu gehen und plant sogar, die Zahl der Mannschaften bei der nächsten WM 2030 auf 64 zu erhöhen. FIFA-Präsident Gianni Infantino hatte bei der Klimakonferenz COP26 2021 versprochen, die durch die WM verursachten Emissionen zu messen und zu reduzieren.
Angesichts dieser Herausforderungen bleibt abzuwarten, wie die FIFA letztlich mit den Themen Hitze und Klimawandel umgehen wird, um die sportliche Integrität und Umweltverantwortung miteinander in Einklang zu bringen.