Am 12. Jänner 2026 fand an der Glan in Ebenthal eine bedeutende Flusssegnung statt. Die Veranstaltung, die sich durch eine winterliche Stimmung auszeichnete, wurde von der Freiwilligen Feuerwehr Ebenthal und zahlreichen Gemeindemitgliedern besucht. Pfarrer Magister Bernd Wegscheider füllte diese Tradition mit Leben, als er das Wasser segnete und um Schutz vor den Kräften des Flusses sowie anderen Naturgewalten bat. Diese Segnung wurde als ein wichtiger Fixpunkt im Jahreslauf betrachtet und dient als Symbol für einen achtsamen Umgang mit der Natur, sowie als Erinnerung an die Verantwortung im Umgang mit den natürlichen Ressourcen.
„Wir wünschen, dass die Glan ruhig und sicher durch unsere Gemeinde fließt“, sagte Wegscheider und betonte die Wichtigkeit der Vorsicht im Umgang mit Gewässern. Die Flusssegungen sind nicht nur lokale Traditionen, sondern stellen auch einen tiefen Bezug zur Spiritualität und zur Verantwortung hin, die viele Glaubensgemeinschaften in Bezug auf die Natur empfinden.
Flusssegnungen als Teil einer größeren Bewegung
Ähnliche Flusssegnungen finden seit fast 30 Jahren in Niederalteich statt, wo nach orthodoxem Ritus gebetet wird, um die Natur zu schützen und den Flüssen die Blessung zu erteilen. Teilnehmer werfen dabei ein Holzkreuz dreimal in die Donau. Diese Gebete haben nicht nur für den Erhalt des Flusses, sondern auch symbolisch für den Widerstand gegen den Donauausbau gewirkt. Historisch gesehen war der Widerstand unter der Bevölkerung stark, wobei viele Bürger gegen den Ausbau von Staustufen und Kanälen waren. Die erste Donausegnung, die 1994 stattfand, erlangte große Aufmerksamkeit und mobilisierte fast 1000 Menschen. Die Bedeutung dieser Segnungen reicht bis in die Gegenwart, besonders vor dem Hintergrund des Klimawandels.
Die Bedeutung von Flusssegnungen erstreckt sich über nationale Grenzen hinweg. Religiöse Schriften und Traditionen in vielen Glaubensrichtungen betonen den Schutz der Umwelt als eine göttliche Verpflichtung. Papst Franziskus hat in seiner Enzyklika „Laudato si“ deutliche Worte für den Umweltschutz gefunden und die endliche Natur der Ressourcen kritisiert. Sein Ansatz zur Bewahrung der Schöpfung hat zahlreiche christliche Umweltgruppen inspiriert, die sich aktiv für nachhaltiges Handeln einsetzen.
Ein Aufruf zu verantwortungsvollem Handeln
Während viele Religionen die Beziehung zwischen Mensch und Natur in ihren Lehren verankert haben, bleibt die praktische Umsetzung oft eine Herausforderung. Verschiedene Glaubensrichtungen setzen sich auf unterschiedliche Weise für den Schutz der Natur ein. So haben auch Muslime und jüdische Gemeinschaften ihre eigenen Initiativen zur Bewahrung der Schöpfung entwickelt. Besonders im Judentum gibt es Traditionen, die den Menschen als Hüter der Erde betrachten, etwa durch das Prinzip „Tikkun Olam“, was die ethische Verpflichtung zur Heilung der Welt beschreibt.
Dieser integrative Ansatz zeigt, dass der Schutz der Umwelt eine gemeinsame Verantwortung ist, die in vielen Kulturen und Religionen verankert ist. Von aktivem Umweltschutz über das Teilen von nachhaltigen Lebensstilen bis hin zu Gebeten für die Erhaltung von Flora und Fauna – die Flusssegnungen sind nicht nur lokale Rituale, sie tragen zu einem globalen Bewusstsein für den Umweltschutz bei und verdeutlichen die tiefe spirituelle Verbindung zwischen Mensch und Natur.
Die Flusssegung an der Glan bleibt ein zeitloses Symbol für unseren Umgang mit der Natur und unsere Verantwortung, die wertvollen Ressourcen, die uns umgeben, zu bewahren und zu respektieren.