Am 9. Jänner 2026 hat die syrische Übergangsregierung eine Waffenruhe in Aleppo verkündet. Diese Ankündigung kommt vor dem Hintergrund erneuter Kämpfe zwischen den Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) und den Regierungstruppen, die am Dienstag stattfanden. Die Kämpfe, die sich vor allem auf die kurdischen Stadtviertel Sheikh Maqsood, Achrafieh und Bani Seid konzentrieren, wurden durch nicht umgesetzte Abkommen zur Eingliederung kurdischer Institutionen in die staatliche Ordnung angeheizt. Die syrische Armee bietet den abziehenden Kämpfern an, „persönliche leichte Waffen“ mitzunehmen und kündigte an, den Rückzug zu begleiten und für einen sicheren Transport in nordöstliche Regionen zu sorgen, worüber kleinezeitung.at berichtet.

In den vergangenen Tagen wurde die Zivilbevölkerung von den syrischen Behörden aufgefordert, bestimmte kurdische Viertel bis zum Nachmittag zu verlassen. Dies hat zu massiven Fluchtbewegungen geführt, bei denen viele Familien, darunter auch Kinder, die Stadt verlassen mussten. Laut tagesschau.de wurde eine „begrenzte Militäroperation“ angekündigt, um Sicherheit wiederherzustellen und Zivilisten zu schützen. Die syrische Armee hat die kurdischen Viertel mit Artillerie angegriffen und Gnadenfrist für die Zivilbevölkerung gewährt.

Folgen der Kämpfe

Die Eskalation der Kämpfe hat nicht nur zu erheblichen menschlichen Verlusten geführt – mindestens 13 Zivilisten, darunter auch Kinder, wurden getötet – sondern auch die medizinische Versorgung in Aleppo stark beeinträchtigt. Etliche Kliniken, darunter eine von der Hilfsorganisation Help unterstützte Einrichtung, mussten schließen. Über 50% der medizinischen Infrastruktur in Syrien ist laut tagesschau.de inzwischen zerstört.

Die syrische Regierung hat den SDF vorgeworfen, zivile Wohngebiete zu attackieren. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, Zivilisten anzugreifen und die Lage weiter zu destabilisieren. Der Konflikt hat bereits mindestens 46.000 Menschen zur Flucht veranlasst. Die Selbstverwaltung von Nord- und Ostsyrien hat zudem Verstöße gegen das humanitäre Recht angemahnt, während die EU von den beteiligten Parteien Verhandlungen und Zurückhaltung fordert.

Internationale Reaktionen

Internationale Reaktionen auf die aktuelle Situation in Aleppo sind gemischt. Der Premierminister der Autonomen Region Kurdistan im Irak hat Besorgnis über die Angriffe auf Zivilisten geäußert und spricht von möglichen ethnischen Säuberungen. Die israelische Regierung fordert den Schutz der kurdischen Minderheit, während die türkische Regierung ihre Unterstützung für die syrische Armee im Kampf gegen die Kurden anbietet. Die Spannungen zwischen Syrien und der Türkei sind aufgrund der über 900 Kilometer langen Grenze, die sich zwischen beiden Ländern erstreckt, weiterhin hoch.

Zusammenfassend zeigt die Situation in Aleppo die komplexen und fragilen Dynamiken des syrischen Konflikts auf, in dem ethnische und politische Interessen miteinander verflochten sind.

Die Bemühungen um eine friedliche Lösung sind gegenwärtig vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt und der massiven humanitären Krise äußerst herausfordernd.