Ägypten, die Türkei und Katar haben eine gemeinsame Erklärung zur Bildung einer Übergangsverwaltung im Gazastreifen veröffentlicht. Diese Initiative geschieht im Kontext der Bemühungen, den Frieden in der Region zu stabilisieren. Ein Gremium wird gebildet, das aus Vertretern des Privatsektors und von Nichtregierungsorganisationen besteht, um die technokratische Regierung zu gestalten. Laut Kleine Zeitung wird das Gremium von einem internationalen „Board of Peace“ überwacht, dessen Vertreter Nickolaj Mladenow, ehemaliger UNESCO-Nahost-Gesandter, sein soll.

In Kairo sind führende Vertreter der Hamas und des Islamischen Dschihad zusammengekommen, um über die zweite Phase des US-Plans für den Gazastreifen zu verhandeln, die die Übergabe von Waffenruhe zu einem umfassenden Wiederaufbau und der Entwaffnung der Hamas vorsieht. Während die Unterstützung der Palästinenserbehörde unter Mahmud Abbas gesichert ist, bleibt die größte Herausforderung die Entwaffnung der Hamas, die laut ZDF die Gespräche komplex macht.

Friedensplan und Geiselnahme

Die neu formierte Übergangsverwaltung soll alle Aufgaben zur Grundversorgung im Gazastreifen übernehmen. Diese Struktur wurde notwendig, nachdem eine Waffenruhe zwischen Israel und Hamas formell besiegelt wurde, wie Tagesschau berichtet. In diesem Zusammenhang wurden 20 Geiseln nach Israel entlassen, während fast 2.000 Palästinenser aus Haft entlassen wurden. Die Freilassung der Geiseln fand nach 738 Tagen Gefangenschaft statt; leider bleibt die Leiche einer weiteren Geisel noch unüberstellt.

US-Präsident Donald Trump bezeichnete die unterzeichnete Friedenserklärung in Scharm el Scheich als bedeutend und sprach von „einer neuen Ära des Friedens im Nahen Osten.“ Ägyptens Präsident Abdel Fattah al-Sisi bekräftigte das Engagement für eine Zweistaatenlösung und das Recht der Palästinenser auf Selbstbestimmung. Trotz dieser Fortschritte sind kritische Fragen zum künftigen politischen Rahmen und zur Entwaffnung der Hamas noch ungelöst.

Herausforderungen & Zukunftsausblick

Die humanitäre Lage im Gazastreifen bleibt trotz leichten Verbesserungen verheerend. Es mangelt weiterhin an essentiellen Gütern wie Lebensmitteln, Strom, Wasser und Medizin. Der US-Sondergesandte Steve Witkoff hat angekündigt, dass die nächste Phase des Plans auch den Rückzug der israelischen Armee und die Wiederöffnung des Grenzübergangs Rafah beinhalten soll. Zudem sind Gespräche über die Einfuhr von Hilfsgütern geplant.

Wichtig ist, dass die neue Übergangsregierung aus 14 Technokraten besteht, die alle ohne Verbindungen zur Hamas sind. Diese Restrukturierung wurde von Hamas und der palästinensischen Autonomiebehörde vereinbart und könnte zukünftig als Alternative zur derzeitigen Herrschaft der Hamas fungieren. Ohne Zweifel, die nächsten Schritte zur Stabilisierung und zum Wiederaufbau des Gazastreifens stehen vor herausfordernden Verhandlungen.