Bei den aktuellen Skirennen in Wengen steht der österreichische Skifahrer Marco Feller im Mittelpunkt des Interesses. Feller äußerte im Vorfeld der Wettbewerbe Bedenken zur Pistenbeschaffenheit. Er bemerkte, dass die Piste nachlässt und die Kurssetzung als unrhythmisch wahrgenommen wird. Dies könnte für ihn eine Herausforderung im zweiten Durchgang darstellen, da er darauf achten muss, nicht von seinen Mitbewerbern überholt zu werden. Besonders der Kurs auf der Strecke „Männlichen“, dessen Gestaltung von Österreichs Technikchef Martin Kroisleitner verantwortet wurde, steht zur Diskussion. Der Neuseeländer Ben McGrath zeigte sich im ORF-TV-Interview überrascht von seinem großen Vorsprung und machte auf die schwierigen Schneebedingungen aufmerksam, insbesondere im steilen Teil der Strecke und im unteren Abschnitt.

In der internationalen Skiszene wird ebenfalls über die Veränderungen in der Kurssetzung diskutiert. Der norwegische Skirennläufer Henrik Kristoffersen sprach kürzlich über die Evolution des Slalom- und Riesenslaloms. Er stellte fest, dass sich die Art und Weise, wie Tore am Hang gesetzt werden, in den letzten Saisons erheblich verändert hat. Während in der Vergangenheit die technische Fahrkunst entscheidend war, bewegen sich die aktuellen Rennen in einem offeneren Rahmen, wodurch viele Fahrer riskantere Manöver wählen. Kristoffersen betont, dass technisches Können allein oft nicht ausreicht, um zu gewinnen, und verweist auf die gestiegenen Geschwindigkeiten, die in den Rennen erreicht werden, insbesondere im Riesenslalom, wo Geschwindigkeiten von über 90 km/h verzeichnet werden. Diese Entwicklungen haben auch zu einem Anstieg von Verletzungen im Sport beigetragen.

Verletzungsrisiken und Sicherheitsmaßnahmen

Die Unfallanalyse der Stiftung Sicherheit im Skisport (SIS) für die Saison 2023/2024 belegt einen Anstieg der Verletzungen im alpinen Skisport, vor allem nach den Auswirkungen der Pandemie. Schätzungen zufolge benötigten etwa 46.000 bis 48.000 Skifahrer*innen medizinische Behandlung, darunter rund 7.000 Fälle, die so schwerwiegend waren, dass eine stationäre Behandlung notwendig wurde. Nahezu die Hälfte dieser Verletzten musste operiert werden, wobei Kniegelenksverletzungen die häufigste Art der Verletzungen darstellen. Kristoffersen verknüpft die steigenden Geschwindigkeiten und Risiken auf der Piste mit der Zunahme von Verletzungen. Um die Sicherheit der Athleten zu gewährleisten, schlägt er vor, die Kurse enger und kurviger zu setzen – eine Maßnahme, die sowohl kostengünstig als auch relativ einfach umzusetzen wäre.

Zusätzlich zu den Anregungen zur Kursgestaltung ist die Sicherheit auf der Piste von großer Bedeutung. Gute Vorbereitung ist unerlässlich, dazu gehören gewartete Ski oder Snowboards, korrekt eingestellte Bindungen sowie geprüfte Helme und funktionale Kleidung. Die FIS gibt Verhaltensregeln für sicheres Verhalten im Wintersport heraus, die unter anderem Rücksicht auf andere Skifahrer*innen und angemessene Geschwindigkeit vorsehen. Diese Maßnahmen können dabei helfen, das Risiko von Zusammenstößen und Verletzungen zu minimieren, was insbesondere im Hinblick auf die hohen Geschwindigkeiten und die Dynamik der modernen Rennformate von großer Bedeutung ist.