In einer überraschenden Wendung bei den Olympischen Spielen in Mailand hat die Eisschnellläuferin Vanessa Herzog beschlossen, ihre Teilnahme an weiteren Wettkämpfen zu beenden und das Olympische Dorf zu verlassen. Vanessa und ihr Ehemann, Thomas Herzog, hatten am Mittwoch bekannt gegeben, dass sie nach einem kurzen und schmerzhaften Trainingsversuch am Dienstag, bei dem die Athletin erneut starke Rückenschmerzen verspürte, die Heimreise antreten werden. Bereits während ihres 1.000-Meter-Rennens, in dem sie den 24. Platz unter 30 Teilnehmern belegte, wurde deutlich, dass die Schmerzen ihr Leistungsvermögen stark beeinträchtigten.
Die 30-Jährige, die in den vergangenen Olympischen Spielen 2018 und 2022 jeweils den vierten Platz erreichte, musste sich vor eineinhalb Wochen nach einer dreiwöchigen Zwangspause aufgrund einer Bandscheibenvorwölbung und einer Entzündung des Iliosakralgelenks wieder auf das Eis wagen. Diese gesundheitlichen Probleme traten erstmals rund um die Weihnachtszeit auf, was die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele erheblich beeinträchtigte. Herzog erklärte, dass die Schmerzen unerträglich geworden seien und sie in solch einem Zustand keine Rennen mehr fahren könne.
Der schwierige Weg zurück
Trotz ihrer Entschlossenheit, an den Spielen teilzunehmen, haben die anhaltenden Schmerzen dazu geführt, dass Herzog und ihr Trainer Thomas, der auch ihr Ehemann ist, die schwierige Entscheidung getroffen haben, ihre Saison zu beenden. Dieser Schritt ist insbesondere nach der kürzlich erlittenen Verletzung verständlich, da Eisschnelllauf als ein Sport mit hohen physischen Anforderungen gilt, der Athleten oft an ihre Grenzen bringt. Experten haben in Studien festgestellt, dass fast jeder vierte Eisschnellläufer im Laufe einer Saison von relevanten Verletzungen betroffen ist, wobei Rückenprobleme häufig sind.
Die Belastungen, die Eisschnellläufer bei Wettkämpfen und im Training erfahren, sind enorm. Mit Geschwindigkeiten von über 50 km/h und intensiven Trainingseinheiten ist das Risiko für Verletzungen hoch, insbesondere im Bereich der unteren Extremitäten. Eine Studie hat gezeigt, dass 30,5 Prozent der Sportler regelmäßig gesundheitliche Probleme berichten und bis zu 88 Prozent im Verlauf einer Saison mit relevanten gesundheitlichen Einschränkungen konfrontiert sind. Verletzungen des unteren Rückens sind unter denen am weitesten verbreitet.
Zukunftsausblick
Der Rückzug von Vanessa Herzog wirft Fragen über ihre sportliche Zukunft auf. Es bleibt unklar, ob sie in vier Jahren, mit 34 Jahren, erneut einen Versuch unternehmen wird, eine olympische Medaille zu gewinnen. Der Fokus wird nun auf ihrer vollständigen Genesung liegen, um möglicherweise künftige Wettkämpfe angehen zu können.
In Anbetracht der hohen Ansprüche und der gesundheitlichen Risiken, die mit dem Eisschnelllauf verbunden sind, ist vanessa Herzogs Entscheidung auch ein Zeichen der Vernunft. Die Priorität liegt nun darauf, wieder vollständig gesund zu werden. Ihre Erfahrungen können zudem dazu beitragen, das Bewusstsein für die Verletzungsanfälligkeit in dieser Sportart zu erhöhen und möglicherweise Reformen in der Prävention und der medizinischen Betreuung von Athleten anzustoßen.
Für weitere Informationen zu den Gesundheitsrisiken für Eisschnellläufer empfehlen wir, die Studie zu Eisschnellläufern und ihren Gesundheitsproblemen zu lesen. Auch die emotionalen und praktischen Herausforderungen während dieser Olympischen Spiele werden prägnant von Kleine Zeitung und Kurier erörtert.