Ein Fußballspiel in Linz sorgte kürzlich für Aufsehen, als bei einer Kontrolle durch die Finanzpolizei erhebliche Missstände bei der Sicherheitsorganisation festgestellt wurden. Geplant war der Einsatz von 176 Sicherheitsmitarbeitern, jedoch waren nur 93 vor Ort. Diese Diskrepanz wirft Fragen zur Sicherheit und Compliance im Rahmen solcher Veranstaltungen auf. Laut 5min wurden während der Kontrolle insgesamt 84 Übertretungen festgestellt, was ein umfangreiches Verfahren nach sich zieht.
Unter den aufgefallenen Verstöße fanden sich 35 Fälle von Missachtung der sozialversicherungsrechtlichen Meldepflichten gemäß ASVG und 16 Sicherheitsmitarbeiter bezogen gleichzeitig Arbeitslosengeld. In 17 weiteren Fällen fehlten die gesetzlich vorgeschriebenen Arbeitszeitaufzeichnungen. Finanzminister Markus Marterbauer betonte die Notwendigkeit von Fairness und die Einhaltung eines einheitlichen Regelwerks in der Branche, um solchen Missständen entgegenzuwirken. Offene Abgaben in Höhe von über 61.000 Euro wurden ebenfalls während der Kontrolle eingetrieben.
Problematische Anstellungen und mangelnde Sprachkenntnisse
Besonders alarmierend ist, dass zwei der angetroffenen Sicherheitsmitarbeiter minderjährig waren und deren Geburtsdaten manipuliert wurden. Diese Tatsache weist auf gravierende Probleme im Bereich der Vertragsverhältnisse hin. Viele der beschäftigten Sicherheitskräfte verfügten zudem über unzureichende Deutschkenntnisse, was die Umsetzung sicherheitsrelevanter Anweisungen stark beeinträchtigen könnte. Hier bedarf es dringend weiterer Ermittlungen, um die beteiligten Unternehmen und deren Beschäftigungsverhältnisse gründlich zu überprüfen, so nachrichten.at.
Die Vorfälle in Linz stehen in starkem Kontrast zu den Bemühungen von Fußballclubs und -verbänden, Sicherheit und Prävention in Zusammenhang mit Fans und Veranstaltungen zu gewährleisten. Die DFL hat in den letzten Jahren erhebliche Investitionen in Programme zur Verbesserung der Sicherheitslage im Fußball getätigt. Seit 2011 sind alle Clubs verpflichtet, Fan- und Sicherheitsbeauftragte in Vollzeit anzustellen, um den Herausforderungen in der Sicherheitsarbeit gerecht zu werden.
Die DFL fördert eine vielfältige und inklusive Fanarbeit, indem sie beispielsweise den Austausch zwischen verschiedenen Netzwerken zur Verbesserung der Zusammenarbeit unterstützen. Ziel ist es nicht nur, die Sicherheit zu erhöhen, sondern auch den Dialog zwischen Clubs und Fans zu intensivieren. Die Vorfälle in Linz müssen daher als Warnsignal an alle Vereine und Sicherheitsunternehmen verstanden werden, um strukturelle Probleme anzugehen und sicherzustellen, dass solche gravierenden Verstöße nicht zur Norm werden.