Am Vorabend der traditionellen Kräutermesse versammelten sich Damen der Trachtengruppe unter der Leitung von Obfrau Gabriela Kofler, um liebevoll Kräutersträußchen zu binden. Diese Kräuter stammen sowohl aus heimischen Gärten als auch aus verschiedenen Heilkräutern, die in der Region bekannt sind. Anlässlich dieser Feierlichkeit wurde auch ein Workshop im Kräuterstadl angeboten, wo im Juni die Kunst des Kräuterkranzl Bindens erlernt wurde. Vor kurzem zurückgekehrt aus Uganda, zelebrierte Pfarre Arthur Kaweesa den Festgottesdienst und segnete die Kräuter. Musikalisch untermalt wurde die Messe vom Männergesangsverein Mallnitz unter der Leitung von Georg Brucker. Nach der Zeremonie wurden die gesegneten Kräutersträußchen am Kirchenvorplatz im Rahmen einer Agape an Einheimische und Gäste verteilt, wie [klick-kaernten] berichtet.
Kräuterweihe und ihre Traditionen
Die Kräuterweihe findet traditionell am 15. August statt und hat ihre Wurzeln im alten Rom, wo die Göttin Diana verehrt wurde. Im Christentum hat sich eine Verbindung zur Feier von Mariä Himmelfahrt entwickelt, die als Hochfest der katholischen Kirche gilt. Dieses Fest ist auch bekannt als Großer Frauentag, Maria Kräuterweih oder Maria Wurzweih. Während dieses Tages werden in verschiedenen Regionen Blumen und Kräuter geweiht. Besonders die Kräuter, die am 15. August gesammelt werden, gelten als besonders kraftvoll, mit Ausnahme von Johanniskräutern. Diese Tradition, die auch die Kombination aus Frömmigkeit, Volksglauben und Religiosität beinhaltet, ist ein Ausdruck der Achtung vor der Schöpfung, so [trachtenbibel] in seinem Beitrag.
Kräuterbuschen und deren Bedeutungen
Die gebundenen Kräuterbuschen bestehen aus einer spezifischen Anzahl von Kräutern, die „magische Zahlen“ darstellen – häufig sind sieben, neun oder zwölf Kräuter vorgesehen. Diese Kräuter sollen nicht nur gegen Krankheiten schützen, sondern auch Glück in der Ehe und Kindersegen bringen. Zu den gängigen Kräutern eines solchen Busches gehören:
- Alant: Mut, Stärke und Verdauungsbeschwerden
- Arnika: Heilung und Schutz bei Verletzungen
- Baldrian: Ruhe und Entspannung
- Beifuß: Schutz vor negativen Energien
- Eisenkraut: Klarheit und mentale Stärke
- Frauenmantel: Fruchtbarkeit und Unterstützung bei Menstruationsbeschwerden
- Kamille: Frieden und Entspannung
- Pfefferminze: Erfrischung und Verdauung
- Schafgarbe: Heilung und Hautprobleme
- Thymian: antibakterielle Eigenschaften
Zusätzlich zu diesen Kräutern gibt es auch spezifische Bedeutungen für Pflanzen wie Rosmarin, der für guten Schlaf steht, oder Salbei, der mit Wohlstand und Erfolg assoziiert wird, wie [katholisch.de] darstellt.
Nach der Weihe werden die Kräuterbuschen in den Haushalten, häufig im „Herrgottswinkel“, platziert oder auf andere weise verwendet, um ihre kraftvollen Eigenschaften zu nutzen. So können sie beispielsweise geräuchert oder als Tee zubereitet werden. Diese Tradition fördert nicht nur das Bewusstsein für die heilenden Eigenschaften der Natur, sondern verbindet auch Gemeinschaft und Glauben auf besondere Weise.




