In den letzten Tagen wurden Spanien und Portugal von heftigen Stürmen und Überschwemmungen heimgesucht. Der Sturm „Marta“, das siebte Sturmtief seit Jahresbeginn, brachte massive Regenfälle, Orkanböen und hohe Wellen an den Küsten der Iberischen Halbinsel. Bereits zuvor hatte Sturm „Leonardo“ für dramatische Wetterbedingungen gesorgt, wodurch es in Spanien zu schweren Regenfällen und sogar zwei Todesfällen kam. Trotz einer aktuellen Regenpause bleiben die Risiken von Erdrutschen und weiteren Überschwemmungen hoch.

Wie kleinezeitung.at berichtet, mussten übervolle Stauseen kontrolliert Wasser ablassen, was zu Hochwasser in vielen Flüssen führte. Tausende von Menschen wurden in Notunterkünfte evakuiert, und der Einsatz von 26.500 Rettungskräften zeigt das Ausmaß der Herausforderungen, die die Region bewältigen muss. Darüber hinaus wird ein beträchtlicher Teil der Infrastruktur und Landwirtschaft in beiden Ländern auf mehr als sieben Milliarden Euro geschätzt.

Vorbereitung auf neue Unwetter

Der spanische Wetterdienst Amet hat die Bevölkerung vor weiteren heftigen Niederschlägen gewarnt. Auch wenn die Niederschläge durch „Marta“ als weniger außergewöhnlich eingeschätzt werden als bei „Leonardo“, wurde die zweithöchste Warnstufe Orange in Andalusien und im Nordwesten Spaniens ausgerufen. Der Regierungschef Spaniens, Pedro Sánchez, warnte in einer Ansprache vor schwierigen Tagen und empfahl den Menschen, Reisen zu verschieben, da viele Straßen gesperrt und der Bahnverkehr eingestellt wurde.

In Portugal wurde eine Warnung vor Wellen von bis zu 13 Metern Höhe ausgesprochen. Die Portugiesische Zivilschutzbehörde rechnet mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 km/h. Die Flüsse, insbesondere entlang des Tejo und Sado, stehen unter enormem Druck. Auch der Militär unterstützt die zivilen Katastrophenschutzkräfte vor Ort, um die Situation zu stabilisieren. In den letzten Monaten hat sich die Bedsituation durch Klimawandel und extreme Wetterbedingungen verschärft, was die Notwendigkeit mutiger Maßnahmen zur Anpassung an neue Klimabedingungen unterstreicht.

Klimawandel und seine Folgen

Die aktuellen extremen Wetterereignisse stehen nicht isoliert da. Der Klimawandel hat laut einem Bericht des GDV weltweit zur Zunahme von Naturkatastrophen geführt. In den letzten Jahren allein in Deutschland beliefen sich die Schäden aus Naturgefahren im Jahr 2023 auf 5,6 Milliarden Euro. Experten sprechen von einer unzureichenden gesellschaftlichen Vorbereitung auf Hochwasserereignisse, die durch den Klimawandel häufiger auftreten werden.

Die Prognosen deuten darauf hin, dass die Schäden durch die Folgen des Klimawandels bis 2050 mindestens verdoppelt werden könnten. Dies erfordert ein Umdenken und eine intensivierte Zusammenarbeit auf internationaler Ebene, um die Pariser Klimaziele zu erreichen und die Schäden durch extreme Wetterereignisse zu minimieren.

Die Situation in Spanien und Portugal bleibt angespannt. Obwohl sich die Wetterlage leicht entspannt hat, wird die Bevölkerung davor gewarnt, sich in Sicherheit zu wiegen, da neue Niederschläge bereits auf dem Weg sind und die Gefahr von weiteren Naturereignissen weiterhin hoch bleibt.