Die Proteste im Iran, die Ende Dezember 2025 ausbrachen, haben mittlerweile eine extreme Eskalation erreicht. Laut der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) sind seit Beginn der Unruhen mindestens 3.428 Demonstranten getötet worden, wobei die tatsächliche Zahl der Todesopfer möglicherweise höher liegt. Über 10.600 Menschen wurden festgenommen, was auf die brutalen Maßnahmen des Sicherheitsapparats hinweist, der mit extremer Gewalt gegen die Protestierenden vorgeht. Aktuellen Berichten zufolge ist das Internet im Iran seit Tagen gesperrt, doch trotz dieser Einschränkungen gelangen weiterhin Videos von den Protesten ins Ausland. Ein verifiziertes Video zeigt Demonstrationen im Heravi-Viertel in Teheran, wo das Ende der klerikalen Herrschaft gefordert wird. Diese Proteste wurden durch den drastischen Verfall der Landeswährung Rial ausgelöst.

Während sich die Lage in Teheran verschärft, wird auch die Reaktion der internationalen Gemeinschaft auf die Ereignisse im Iran deutlich. US-Präsident Donald Trump äußerte sich besorgt über die Situation und warnte die iranische Staatsführung vor weiteren Hinrichtungen. Die US-Regierung, beraten von israelischen und arabischen Regierungsvertretern, hat vorerst von militärischen Aktionen abgesehen und denkt an Cyberattacken als mögliche Reaktion. Zudem rief das US-Außenministerium seine Bürger zur sofortigen Ausreise aus dem Iran auf. Auch das österreichische Außenministerium warnte vor Reisen in den Iran, während die britische Botschaft in Teheran vorübergehend geschlossen wurde.

Verschlechterung der Menschenrechtslage

Die Menschenrechtslage im Iran hat sich in den letzten Jahren kontinuierlich verschlechtert. Im November 2019, während der Proteste gegen eine Benzinpreiserhöhung, gingen die iranischen Behörden brutal gegen die Demonstranten vor; damals wurden über 300 Menschen getötet. Der sogenannte „Blutige November“ bleibt vielen Iranern in Erinnerung. Fünf Jahre später hat sich die wirtschaftliche Situation weiter verschlechtert, der Rial hat seit 2015 über 1.700 Prozent an Wert im Vergleich zum Euro verloren, und die Inflation steigt stetig an.

Die derzeitigen Proteste, die unter dem Motto „Frau-Leben-Freiheit“ stehen, haben das Thema Menschenrechte erneut ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Es gibt Berichte über zahlreiche Festnahmen von Aktivisten, unter anderem Reza Valizadeh, der seit Monaten im Iran inhaftiert ist und möglicherweise vor einem Revolutionsgericht angeklagt wird. Neben den politischen Inhaftierungen gibt es auch Berichte über die gewaltsame Durchsetzung von Kleidervorschriften. Eine junge Frau wurde entkleidet vor ihrer Universität gesehen und anschließend von den Behörden als psychisch instabil diffamiert.

Auswirkungen der Proteste

Trotz der brutalen Repressionen und der hohen Todeszahlen gehen die Proteste im Iran weiter. Die aktuelle Situation wird stark von staatlicher Propaganda beeinflusst, die die Unruhen als ausländische Intervention darstellt. Innenminister Abbas Araghchi sprach von „ausgebildeten terroristischen Elementen“ und kündigte die Festnahme mehrerer Hauptverantwortlicher für die Unruhen an. Dennoch bleibt die Bevölkerung unzufrieden, und die Demonstrationen in mehreren Provinzen zeigen, dass der Widerstand gegen die Behörden anhält. Der Rückgang der registrierten Proteste von 156 auf sieben in nur einer Woche verdeutlicht die angespannte Situation.

Insgesamt bleibt abzuwarten, wie sich die Lage im Iran entwickeln wird. Die internationale Gemeinschaft ist aufgefordert, die Menschenrechte im Iran zu verteidigen und die Stimmen der Protestierenden zu unterstützen, während die iranische Regierung weiterhin mit Gewalt auf die Unruhe reagiert.